Nur noch 48 Stunden Arbeit sollen pro Woche für Beruf und Ehrenamt aufgebracht werden dürfen. Das könnte hohe Mehrkosten mit sich bringen

von Nina Merkle
Dillingen Kopfschütteln und pures Unverständnis lösen die Pläne der EU zur Arbeitszeitrichtlinie im Landkreis Dillingen aus. Sollte sie kommen, dürfen Arbeitnehmer in der Woche nur noch 48 Stunden arbeiten – inklusive Überstunden und ehrenamtliches Engagement. Nach maximal sechs Stunden Arbeit müsste eine Pause eingelegt werden. Für viele Vereine und Verbände im Landkreis würde das Ende ihres gesellschaftlichen Engagements bedeuten. „Für das Rote Kreuz wäre diese Richtlinie äußerst problematisch. 20 Prozent unsere Rettungskräfte arbeiten ehrenamtlich“, kritisiert Stephan Härpfer, Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Landkreis Dillingen die Pläne. Würde die Arbeitszeitrichtlinie durchgesetzt, müssten die ehrenamtlichen Kräfte durch Hauptamtliche ersetzt werden. „Das würde den Rettungsdienst immens verteuern“, prophezeit Härpfer. 100000 ehrenamtliche Stunden leistet der Kreisverband jährlich. Umgerechnet auf die 800 engagierten Menschen im Verband, sind das rund 125 Stunden. „Das ist doch alles ein Widerspruch in sich. Auf der einen Seite fordert die Politik die Stärkung des Ehrenamts und auf der anderen Seite wird diese Forderung durch die Arbeitszeitrichtlinie konterkariert. Das muss unter allen Umständen verhindert werden“, fordert Härpfer. „Denn das wäre der Tod des Ehrenamts.“
Ähnlich äußert sich Kreisbrandrat Frank Schmidt.
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