Höchstädt Dass das Thema B 16 neu in der Deisenhofener Bürgerversammlung eine Rolle spielen würde, war zu erwarten. Bürgermeisterin Hildegard Wanner ging auf die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums für die Nordtrasse durchs Wasserschutzgebiet ein und sagte: "Ich weiß, dass die Deisenhofener damit nicht glücklich sind." Dies zeigte die Diskussion am Donnerstagabend im Gasthof "Krone" deutlich. "Nun wird die schlechteste Trasse gebaut", meinte ein Redner. Deisenhofen bekomme eine Straße - und Höchstädt behalte den Verkehr. Erhard Hurler sprach sich dagegen aus, dass die Stadt später auch noch Geld für eine Umgehung ausgebe, die den Verkehr aus dem Wertinger Raum aus der Herzogin-Anna-Straße bringen soll. Von Berthold Veh

Wanner: Entscheidung jetzt akzeptieren
Es gab schon Zeiten, in denen die Debatte hitziger geführt wurde. Walter Gögelein hielt Wanner vor, dass sie sich nicht energisch genug für eine andere Trasse eingesetzt habe. Die Bürgermeisterin hatte darauf hingewiesen, dass sie eine Südvariante für die bessere Lösung gehalten hätte. Deshalb habe sie sich bei der Trassendiskussion im vergangenen Jahr dafür engagiert, dass die Südumgehung noch einmal geprüft werde. Wanner plädierte vor den gut 30 Hörern aber dafür, die Entscheidung für die Umgehung im Norden zu akzeptieren und jetzt bei den weiteren Planungsschritten das Bestmögliche für Deisenhofen herauszuziehen. Hermann Hopfenzitz dachte über artenschutzrechtliche Fragen nach. Auch im Norden Höchstädts gebe es wie im Süden Bekassine und Wiesenweihe, aber hier spielten sie in der Beurteilung keine Rolle, klagte der frühere Stadtrat.
Heribert Zengerle machte ein weiteres Ärgernis in Sachen Verkehr aus. An der Entlastungsstraße Lückenschluss gebe es ein drängendes Verkehrsproblem. Wenn man, von Deisenhofen kommend, mit dem Auto auf den Lückenschluss einbiege, gehe von dem Fledermaus-Leitsystem an der Brücke über den Pulverbach eine Gefährdung aus. Die Verglasung des Leitsystems lenke Autofahrer beim Einbiegen ab, es hätten sich schon mehrere Verkehrsunfälle ereignet.
Anna-Barbara Christa sagte, dass viele Autofahrer deshalb wieder auf den anderen Straßen nach Deisenhofen fahren. "Hier haben Belange des Naturschutzes Vorrang vor dem Menschen", schimpfte Zengerle. Und Anton Wanner meinte verärgert: "Bei uns regiert der Naturschutz."
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