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27. Dezember 2011 12:09 Uhr

Hilfe

Der Weihnachtsmann kommt mit dem Truck erst nach dem Fest

Manfred Paula und Heinz Schreitmüller bringen mit den Johannitern Pakete zu den Kindern in Albanien. Am gestrigen Montag war Abfahrt

Bissingen Über 1360 Kilometer sind es von Bissingen in die italienische Hafenstadt Bari. Von dort dauert es noch rund neun Stunden mit der Fähre – dann werden Manfred Paula und Heinz Schreitmüller in Albanien sein. Die beiden sind heuer zwei der Johanniter Weihnachtstrucker, die den Kindern im albanischen Shkodër Geschenke bringen.

Die letzte lange Strecke ist Heinz Schreitmüller vor 25 Jahren gefahren. Damals war er noch Kraftfahrer, heute arbeitet er als Lagerist bei der Firma Gropper in Bissingen. Darum freut er sich ganz besonders darauf, mal wieder für längere Zeit unterwegs zu sein. „Das liegt mir einfach im Blut.“ Begleiten wird ihn Manfred Paula. Der Leiter der Logistikabteilung verfolgt die Arbeit der Weihnachtstrucker schon seit Jahren. „Als Student bin ich früher Lkw gefahren, darum habe ich schon länger mit dem Gedanken gespielt.“

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Für ihre Mission haben die beiden extra Urlaub genommen, den Lkw stellte die Firma. Immer zu zweit müssen die Fahrzeuge besetzt sein. So kann länger am Stück gefahren werden, denn normalerweise muss ein Lkw-Fahrer nach neun Stunden ebenso lange Pause machen. Heinz Schreitmüller hofft, dass sie nach 18 Stunden bereits in Bari sind. „Das wäre geschickt, dann könnten wir die Pause auf dem Schiff machen.“ Sein Mitfahrer Manfred Paula ist in dieser Hinsicht weniger optimistisch.

Ob sie es nun in 18 Stunden schaffen oder nicht. Die Tatsache bleibt, dass sie sehr lange auf engem Raum zusammen sein werden. Doch das ist für die beiden kein Problem. „Ich bin zwar sein Chef, aber das wird in dieser Zeit nebensächlich“, sagt Manfred Paula.

Und Heinz Schreitmüller scherzt: „Wenn er irgendwann meint, ich müsste ihn siezen, dann schmeiße ich ihn einfach aus dem Lkw.“ Auch in puncto Musik haben sich die beiden noch nicht ganz geeinigt: Während Manfred Paula auf italienische Musik steht und demnach die meiste Zeit einfach nur das Radio anschalten müsste, bevorzugt sein Mitfahrer deutsche Musik – vorzugsweise Peter Maffay. Doch in einer Endlosschleife will er das auch nicht hören.

Möglichkeit zu helfen

Worin sich die beiden einig sind, ist der Grund, warum sie Zeit und Urlaub opfern, und sogar die weihnachtlichen Stunden mit der Familie minimieren.

„Es gibt so viel Leid auf der Welt, das könnte eingedämmt werden, wenn jeder nach seinen Möglichkeiten mithilft. Das ist heuer unser Beitrag“, erklärt Manfred Paula seinen Beweggrund für die Teilnahme. Noch könne er sich schließlich selbst auf den Weg machen. Die Möglichkeit, Geld zu spenden, habe er schließlich immer.

Er hofft, dass er am Ende der Fahrt wirklich Kindern die Pakete überreichen kann und mit ein paar strahlenden Augen überrascht wird. Los ging das Abenteuer am gestrigen Montag. Treffpunkt des Konvois in Landshut. Dann werden die Päckchen verladen, Anweisungen gegeben und dann geht es los – in Richtung Bari.

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