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27. Januar 2012 12:05 Uhr

Geschichte

Ein Paradies für Ahnenforscher

27 Ortsfamilienbücher wurden in Nordschwaben schon verfasst

Landkreis Als Paradies für Ahnenforscher innerhalb Bayerns gilt die Region Nordschwaben. Hier gibt es auf engem Raum so viele Ortsfamilienbücher als Fundgrube für Familienkundler wie nirgendwo sonst. Dies wurde beim Januartreffen des Stammbaumtisches, das dreimal jährlich im Vereinsheim des Heimat- und Brauchtumsvereins im Tapfheimer Ortsteil Erlingshofen stattfindet, einmal mehr deutlich.

Vorsitzender Manfred Wegele konnte auch dieses Mal wieder neben den vielen altbewährten Familienforschern aus dem Ries, dem Donau-Lech-Gebiet und dem Kreis Dillingen eine ganze Reihe neuer Interessierter willkommen heißen. Zudem galt ein besonderer Gruß den Forscherkreis-Leitern Ulrich Winter aus Ulm und Willi-Martin Jäger aus Geislingen. Im Anschluss an die Vorstellung des seit sechs Jahren laufenden Friedhofsprojektes durch Sabine Scheller und des Programms des in Augsburg stattfindenden Deutschen Genealogentags (31. August bis 3. September 2012) wurden den nordschwäbischen Forschern mehrere Neuerscheinungen an Forscherliteratur präsentiert.

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Alte Ortspläne

Gerhard Beck verfasste zusammen mit Marco Wunder das Ortsfamilienbuch Pfäfflingen im Ries. Es ermöglicht nicht nur die Zurückverfolgung der Vorfahren, sondern gibt auch wesentliche Aufschlüsse über die Ortsgeschichte und enthält zudem neben zahlreichen Abbildungen alte Ortspläne und eine Häuserchronik des Altdorfes. Die erfassten Schriftquellen zu diesem Buch reichen zurück bis in das Jahr 1367.

Gleich zwei heimatgeschichtlich aufschlussreiche Schriften zur Geschichte des Dorfes Tapfheim im Grenzbereich der heutigen Kreise Donau-Ries und Dillingen erschienen im vergangenen Jahr. Die 200 Exemplare des Werkes von Xaver Schmidbaur über die Tapfheimer Dorfschule sind bereits vergriffen. Mit den Epitaphien der Kirche und des Friedhofs von Tapfheim befasste sich Manfred Wegele.

Ebenfalls Manfred Wegele erarbeitete auf der Basis der bis 1575 zurückreichenden Kirchenbücher das mehr als 700 Seiten umfassende Ortsfamilienbuch Unterringingen. „2500 Eheschließungen, aber auch 446 nicht eheliche Verbindungen mit Folgen habe ich hier dokumentieren können“, resümierte der unermüdliche Forscher schmunzelnd. Das Salz in der Suppe hierbei sind oft amüsante Beispiele einstiger Begebenheiten. So konnte Wegele von einem Kind berichten, dessen Vaterschaft strittig war.

Neue Nachnamen

Nachdem der eine Vater den Nachnamen „Gehen“ und der andere den Namen „Müller“ trug und die Sache damals nicht zu klären war, erhielt der Junge von der Obrigkeit kurzerhand den neu geschaffenen Nachnamen „Gehemüller“.

Bleibt zu hoffen, so resümierte Manfred Wegele, dass zu den 27 in den Kreisen Donau-Ries und Dillingen erschienenen Ortsfamilienbüchern künftig noch viele dazukommen werden, denn es liegen noch mehrere Manuskripte in den Schubladen der Forscher. (HER)

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