In Syrgenstein sollen Modelle einer Bürgerbeteiligung für die Anlagen in Zöschingen aufgezeigt werden Von Katharina Gaugenrieder
Syrgenstein Wenn die Sonne so vom Himmel brennt, wie in der vergangenen Woche, dann lacht so mancher mit dem Stern um die Wette. Besonders, wenn er eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat. Bald, so hofft Andreas Mattern, lachen die Menschen im Bachtal auch, wenn dort der Wind übers Land pfeift.
Schon lange trägt er sich mit dem Gedanken eines Bürger-Beteiligungsmodells für die geplanten 13 Windkraftanlagen in Zöschingen. Viele hätten ihn immer wieder darauf angesprochen, wann die erste Informationsveranstaltung stattfinden soll. Nun, da die Genehmigung für die ersten zehn Anlagen da ist, sei die Zeit dafür auch reif. Am Montag, 5. September, um 19 Uhr will die Bürgersolar Syrgenstein GbR im Foyer der Bachtalhalle über mögliche Modelle informieren. Dabei, sagt Mattern, liege der Fokus klar auf der Information. „Wir wollen jetzt nicht darüber diskutieren, was für oder gegen die Anlagen spricht. Es geht darum, verschiedene Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements aufzuzeigen, Erfahrungen der Bürgersolar weiterzugeben und einmal auszuloten, wie viele Menschen daran Interesse hätten.“
Seit Jahren engagiert sich Mattern im Forum. „Aber irgendwann hat man die Nase voll davon, immer nur dagegen zu sein. Ich wollte mal etwas Positives schaffen, um die Energiewende voranzubringen.“ Das genossenschaftliche System der Bürgersolaranlage in Syrgenstein gefalle ihm dabei besonders gut. 450000 Euro habe man hier investiert – nur einer der Investoren komme nicht aus der direkten Nachbarschaft. „Das hat das Bachtal selbst ge-stemmt.“
Und das wäre, in etwas größerem Umfang, auch das Ziel für einen Bürgerwindpark. „Mein Traum wäre, dass der komplette Windpark in Bürgerhand ist.“ Dazu müssten sich vor allem auch die Kommunen im Bachtal beteiligen. „Und wenn man die Kreise dann etwas weiterzieht, dann müsste das auch zu schaffen sein.“ Damit bliebe die Wertschöpfung der Anlagen in der Region. „Wenn die Kommunen damit Geld verdienen, dann geben sie es zum größten Teil auch hier wieder aus. Das ist für alle positiv.“ Von dem Geld, das in Gundremmingen verdient würde, profitiere man hier dagegen nicht.
Einer Beteiligung der Bürger stünde nicht zuletzt auch der Antragsteller Georg Honold positiv gegenüber. Der sähe die Sache ganz aufgeschlossen. „Dem wäre es wahrscheinlich am liebsten, wenn das Ganze ein kommunales Projekt wäre. Denn wenn die Region sagen kann ‚das ist unser Windpark’ ist die größte Akzeptanz da.“
Die Protestbewegung in Zöschingen sieht Mattern als die Aktion einer relativ kleinen Gruppe, die dafür umso lautstarker auftrete. „Zweifelsfrei fände ich die Landschaft ohne Windräder auch schöner, aber sie wäre auch ohne Straßen schöner und ich fahre trotzdem Auto.“ Den Anblick der Windräder müsse man als Begleiterscheinung der Zivilisation in Kauf nehmen, wenn man das Atomkraftwerk nicht mehr vor der Nase haben wolle. Auch in Bachhagel gäbe es ein Vorranggebiet. „Und ich wäre begeistert, wenn man es nutzen würde.“
Der 53-Jährige ist überzeugt, dass die Einwände durch eine Beteiligung der Bürger und Kommunen nach ein paar Jahren, wenn der wirtschaftliche Erfolg sichtbar wird, bald verstummen. „Dann werden die meisten sagen, das war ein großer Schritt.“ Für die erste Informationsveranstaltung hofft er, dass das Foyer der Bachtalhalle nicht ausreichen wird. „Auftrieb gibt da sicherlich die Entwicklung auf den Finanzmärkten. Momentan ist es sicher besser, aus seinem Geld etwas Konkretes zu machen.“
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