Gundelfingen Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum, Bildung, Mindestlohn, Arbeitslosenzahlen, Infrastruktur - zwei Wochen vor der Bundestagswahl sind die Kandidaten in Hochform. Da reichen Stichworte von Radio 7-Moderator Michael Mader und schon sprudeln bei der Podiumsdiskussion auf der Get nur so Ansichten und Antworten aus FDP-Bundestagskandidat Uwe Pranghofer, Landrat Leo Schrell, Bundestagskandidaten Ulrich Lange (CSU), Gabriele Fograscher (SPD) und IHK-Vizepräsident Walter Berchtenbreiter heraus.

Richtig in Fahrt geraten die Teilnehmer aber erst bei lokalen Knackpunkten. Der Ausbau der B 16 ist so einer. "In den vergangenen zehn bis 15 Jahren hat sich die Verkehrssituation im Landkreis deutlich verbessert. Nur mit der B 16 ist es noch im Argen. Die Situation in Höchstädt ist unbefriedigend", betont Walter Berchtenbreiter. Während das Geld für die Dillinger Umfahrung nun fließen würde, könne man in Höchstädt nur an die Politik appellieren, schnellstmöglich eine Entscheidung zu treffen. Landrat Leo Schrell bedauert auch den Gordischen Knoten in Höchstädt, der bislang noch nicht durchschlagen werden konnte. "Nachdem wir keinen direkten Autobahnanschluss haben, ist es für alle Bereiche wichtig, dass die Anbindungen stimmen", so Schrell. Ulrich Lange und Gabriele Fograscher schlagen in dieselbe Kerbe. Der Bund könne nur über den Bedarf und die Finanzen entscheiden. Für die Streckenführung sei die Stadt verantwortlich. Fograscher, MdB: "Nach der Fertigstellung der Dillinger Umfahrung entsteht ein Flaschenhals in Höch-städt. Die Höchstädter müssen sich bewusst sein, dass die Gelder künftig nicht mehr so fließen werden, wenn die Steuereinnahmen einbrechen." Pranghofer betont ebenfalls, dass hier die Kommunalpolitik gefragt ist.
Ein Atommüll-Endlager in Bayern oder Baden-Württemberg, möglicherweise im Tongestein-Vorkommen, das bis ins Bachtal reicht - diese Vision spaltet die Runde. Während Ulrich Lange schlicht antwortet, dass für die CSU ein Endlager in Bayern nicht infrage kommen würde, holt Gabriele Fograscher aus. Ihr sei es wichtig, den sichersten Standort zu finden. "Bei der Suche können Bayern und Baden-Württemberg nicht ausgeklammert werden", folgert sie. Außerdem müsse das Festhalten am Atomausstieg weiter forciert werden. Pranghofer prangert an, dass die Bundesrepublik in ihrer Endlagersuche in den vergangenen zehn Jahren keinen einzigen Schritt vorangekommen ist. Das mache ihm Angst. Er stelle sich aber auch die Frage, ob sie die Region überhaupt davor verschließen könne, wenn Untersuchungen ergeben würden, dass die Tonschichten vor der Haustür der sicherste Standort seien.
Landrat Leo Schrell zählt dagegen eine Reihe von Argumenten auf, warum ein Endlager hier nicht infrage kommt. So sei das Donautal unter anderem Trinkwasserlieferant für viele Städte und Gemeinden bis Stuttgart und Mittelfranken.
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