Die Combo „Citizen House Jazz“ trat im Bürgerhaus in Landshausen auf


Landshausen Eher ungewöhnlich war die Besetzung der Combo „Citizen House Jazz“, die am Samstagabend im Lands-hauser Bürgerhaus spielte: Neben Klavier und Keyboard, E-Gitarre, Schlagzeug und Kontrabass kamen an dem Konzertabend auch für Jazzmusik ungewöhnliche Instrumente wie Vibrafon, Zither, oder Duduk – ein armenisches Doppelrohrblattinstrument, das einen typisch orientalischen Klang erzeugt – zum Einsatz.
Etwa 40 Leute verfolgten von liebevoll hergerichteten Sitzgruppen aus „Citizen House Jazz“. Schon vor Beginn des Konzerts verbreitete sich ein angenehmes „Lounge Feeling“. Die Musiker, die sich teils über Zeitungsartikel kennengelernt hatten, präsentierten im ersten Set Kompositionen des aus Tübingen stammenden Pianisten, der sich während eines Schwedenaufenthaltes von Landschaft, Einsamkeit im hohen Norden oder der schwedischen Lebensart hatte inspirieren lassen. Folglich besaßen die Titel auch nur schwedische Namen. Die sehr ruhigen, langsamen Stücke handelten zum Beispiel von der Einsamkeit der Samen oder Elche auf den „Kungsvägen“.
Auch wenn diese Stücke nur aus wenigen, scheinbar schlichten Harmonien bestanden, schaffte es der Komponist auf hervorragende Art und Weise, die sehr an die Arbeitsweise von Ludovico Einaudi erinnerte, eine wunderbar romantische Stimmung zu zaubern. Immer wieder wurden die Stücke um sehr stilgetreue und abwechlungsreiche Soli von Klavier, Vibrafon und E-Gitarre exzellent bereichert.
Im zweiten Set kam dann die E-Zither zum Einsatz: Gespielt wurde sie vom Bassisten, der diesen Teil des Konzerts dem verstorbenen Steve Jobs widmete – verdeutlicht, indem er ein iPad auf die Saiten der Zither legte. Somit veränderte er deren Klang so, dass es an einen Synthesizer erinnerte. Die Stilrichtung ging nun in einen teils etwas melancholischen Latinbereich über. Das letzte Set trug den Namen „Experimentell – Standard“. Hier kam gleich zu Beginn der Duduk zum Einsatz – bei einem orientalischen Stück, das nur von einer Art Bordunbass am Synthesizer begleitet wurde. Auch an Jazzklassikern ließ es die Combo nicht fehlen: Zum Beispiel „Autumn leaves“, das durch die Interpretation von Miles Davis in den 1950er Jahren sehr bekannt wurde. Auch bei einem flotten Samba zeigten die vier Musiker feinstes Rhythmusgefühl. Den runden Abschluss bildete ein wunderbarer Jazz-Walzer. Jeder einzelne Musiker bewies äußerste Kompetenz und Routine im Improvisieren. So konnten sie selbst kleine Unfeinheiten, die nicht ganz dem Geplanten entsprachen, problemlos überspielen. Am Ende waren die Zuhörer so begeistert, dass sie es den Musikern mit langem Applaus und Zugaberufen dankten.
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