Landkreis Der Startschuss zur Dillinger Wirtschaftsausstellung bietet in Sachen Wetter meist Außergewöhnliches. Vor zwei Jahren peitschte ein heftiger Sturm gegen die Gestänge der Hallen. Gestern Abend fielen die Temperaturen bei der Eröffnung der WIR 2010 unter den Gefrierpunkt. Für die Seniorchefin des Mörslinger Ausstellungsbüros Josef Werner Schmid (JWS), Magdalena Schmid, ist das kein Grund zur Panik. Im Gegenteil: "Lieber ein wenig Kälte und leichten Schneefall als das erste milde Frühlingswochenende." Denn dann seien die Menschen möglicherweise mit ihren Frühbeeten in ihren Gärten beschäftigt. Und es gibt ja auch noch den Gesang, der wie das Winterwetter zum Startschuss der Dillinger Wirtschaftsausstellung gehört und warm ums Herz macht. Von Berthold Veh

Gestern marschierten die "Egau-Zeiserl" zum Auftakt der "WIR 2010" vor rund 250 Gästen, unter ihnen auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange und Schirmherr Landrat Leo Schrell (siehe Bericht auf Seite 26) auf der sogenannten Piazza ein. Die elf Sänger heizten das Wir-Gefühl mit dem Song "Life is live" an und dichten das Lied um auf: "Mir san WIR". Damit nicht genug: Die Vertreter der vier Wirtschaftsvereinigungen Dillingen, Lauingen, Höchstädt und Aschberg, von den die Dillinger Messe ausgerichtet wird, traten als "WIR 4" auf.
Gitarrist Peter Rommel begleitete Andrea Spengler und Volker Kapfer, die Vorsitzenden der Werbegemeinschaften Dillingen und Aschberg, sowie die WV-Vorsitzenden Joachim Powalowski (Lauingen) und Tobias Langer (Höchstädt). Nach einem etwas holprigen Start lief es rund, die vier WIR-Sänger intonierten zum Startschuss der 8. WIR, die dieses Mal auf fünf Tage verkürzt wurde, den Ohrwurm "Marmor, Stein und Eisen bricht". Und der Text hieß dabei: "Endlich wieder Messezeit, die WIR beginnt, es ist soweit."
Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk stellte es als richtig heraus, dass die Messetage von neun auf fünf reduziert wurden. Dadurch würden gerade kleinere Firmen entlastet. Dem Erfolg der Dillinger Wirtschaftsschau werde dies keinen Abbruch tun, sagte Schenk voraus. Er sprang kurzfristig für den erkrankten Dillinger Oberbürgermeister Frank Kunz ein und sprach auch im Namen seiner Amtskollegen Hildegard Wanner (Höchstädt) und Erhard Friegel (Holzheim).
Die WIR 2010 mache ihrem Namen alle Ehre, meinte Schenk: "Die Wirtschaft in der Region reicht sich hier an fünf Tagen die Hand. Hier geht es nicht um Konkurrenz, sondern um ein gutes Miteinander." Mit diesem "WIR-Gefühl" in der Region und der Überzeugung, gemeinsam stark zu sein, lasse sich auch in der Zukunft noch viel bewegen, sagte der Lauinger Rathauschef.
350 Aussteller
Das Erfolgsrezept sei die Vielfalt, die rund 350 Aussteller böten. Auch die beteiligten Städte sorgten mit ihren Wirtschaftsvereinigungen für viele Höhepunkte. "Höchstädts neue Dynamik", "Lauingen mit allen Sinnen", "Wir vom Aschberg" und "Dillinger Lebenslust", so lautet das Motto der jeweiligen WV-Hallen. Schenk hieß auch Delegationen der Dillinger Partnerstädte Brand-Erbisdorf (Sachsen), Bondeno (Italien) und Naas (Irland) willkommen. "Unsere Region ist stark - und auf der WIR wird genau das sichtbar", sagte Schenk.
Entspannte Atmosphäre
Angetan von der Eröffnung war Fregattenkapitän Arndt Henatsch vom Ausbildungszentrum Uboote in Eckernförde, das zur Wilhelm-Bauer-Stadt Dillingen eine Partnerschaft unterhält: "Die Ausstellung könnte interessant werden." Henatsch will sich auf der WIR über Energiefragen informieren. Zum dritten Mal bei der Regionalschau im Dillinger Donaupark dabei ist Simone Saletti, der in Bondeno für die Ressorts Tourismus und Wirtschaft zuständig ist. Er freut sich jedes Jahr auf die WIR. "Ich komme immer gerne, es ist hier eine sehr entspannte und freundschaftliche Atmosphäre", sagt Saletti. »Seite 26/30
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