Warten auf Pläne zur Optimierung. Insolvenz eröffnet
Giengen Knapp drei Monate nach der Antragstellung ist Anfang November bei der Firma Ziegler – wie erwartet – die Insolvenz eröffnet worden. Dass bereits Zahlen über mögliche Entlassungen im Raum stehen, wird dementiert. Gewartet wird im Unternehmen auf die Darlegung von Plänen zur Optimierung der Abläufe.
Bei einer Betriebsversammlung sei die Belegschaft kürzlich davon in Kenntnis gesetzt worden, dass die Insolvenz eröffnet sei, teilte IG Metall Beauftragter Rudi Neidlein auf Nachfrage mit. Bis zu diesem Zeitpunkt handelte es sich um ein sogenanntes vorläufiges Insolvenzverfahren. Gerüchte, laut derer bei der Zusammenkunft seitens der Geschäftsführung bereits konkrete Zahlen in Bezug auf einen personellen Abbau geäußert worden sind, werden von Neidlein aber entschieden dementiert. „Es gibt noch keine Zahlen hinsichtlich Entlassungen“, so der Gewerkschafter. „Was wir zunächst brauchen, ist ein Konzept, das uns die Sicherheit gibt, wie es weitergeht“, so Neidlein. Derzeit arbeite die Geschäftsführung an diesem Konzept, dessen Vorstellung wohl nicht mehr lange auf sich warten lasse. „In den nächsten Tagen werden wir sehen, wo die Reise hingeht“, sagt Neidlein, der den Betriebsrat von Ziegler als Insolvenzfachmann betreut.
Sollte das Konzept vorliegen, werde ersichtlich sein, in welchen Produktionsabläufen beispielsweise „Luft herausgelassen“ werden könnte. Sollte dann ein näher bezifferter Personalabbau im Raum stehen, greife ein klassischer Interessenausgleich. Ziel müsse zunächst sein, die internen Abläufe so zu verbessern, dass das Unternehmen für Investoren interessant werde.
Durch die Eröffnung der Insolvenz ergeben sich nach außen keine gravierenden Änderungen. Der Ulmer Rechtsanwalt Dr. Bruno Kübler ist nun nicht mehr vorläufiger, sondern schlichtweg Insolvenzverwalter. Änderungen ergeben sich in Bezug auf die Bezahlung.
Seit der Antragstellung zum Insolvenzverfahren wurde den Ziegler-Mitarbeiter das Geld vom Arbeitsamt ausbezahlt. Dieses verwaltet eine Arbeitgeberumlage, aus der das Insolvenzgeld drei Monate bezahlt wird. Danach müssen die Löhne wieder aus der Geschäftsmasse entrichtet werden.
„Eine Frist gibt es da keine. Das geht bis zum Weiterverkauf und kann auch schon mal weit länger als ein Jahr gehen“, so Neidlein. Im Falle von Ziegler geht der Gewerkschafter aber davon aus, dass die Insolvenz weitaus schneller vom Tisch ist: „2012 sollte der Prozess abgewickelt sein. Das wird klappen.
Unter den vielen Firmen, die als Investoren infrage kommen, sind durchaus interessante Interessenten darunter. (hz)
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