Donnerstag, 22. Februar 2018

28. Januar 2018 11:15 Uhr

Landkreis Dillingen

FDP will wieder in den Bayerischen Landtag

Beim Neujahrsempfang in Lutzingen sprach der neue Generalsekretär Norbert Hoffmann. Eine war nicht anwesend und doch stets im Raum. Von Hans Gusbeth

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Die Ankündigung der Liberalen zum Neujahrsempfang nach Lutzingen klang etwas vollmundig. Der neue Generalsekretär „wird die Gelegenheit ergreifen, die Anwesenden in Wahlkampfstimmung zu versetzen“, hieß es auf der Internetseite der FDP-Schwaben. Doch die Stimmung blieb bemerkenswert sachlich. Wer von Norbert Hoffmann heftige Attacken auf die CSU erwartet hatte, sah sich eines Besseren belehrt. Der 35-jährige Senkrechtstarter aus Landshut machte am Freitagabend im faschingsdekorierten Bürger- und Kulturzentrum eher den Genscher als den Kubicki.

Doch zunächst ging es um Vergangenheitsbewältigung, sprich Jamaica. Vehement und ausführlich wandte sich der schwäbische Bezirksvorsitzende, Stephan Thomae gegen „ein sich verstetigendes falsches Bild“, die FDP habe die alleinige Schuld am Scheitern der Jamaica-Verhandlungen. Alle Verhandlungspartner hätten daran ihren Anteil. Doch nur die Liberalen trauten sich, vor die Mikrofone zu treten, betonte der Bundestagsabgeordnete aus Kempten.

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Für die Landtagswahlen in Bayern ist Jamaica kein Thema. Hier geht es für die FDP eher ums Überleben. Und Norbert Hoffmann weiß, welche Verantwortung auf ihm lastet. 2013 flogen die Liberalen aus dem Landtag. Die Generalsekretärin hieß damals Miriam Gruß. Vier Jahre später ist sie die erste liberale Bürgermeisterin der Stadt Gundelfingen. Sie wird an diesem Abend immer wieder als Hoffnungsträgerin für das Widererstarken der FDP in Bayern über die kommunale Ebene gelobt. Und genau um diese kommunale Ebene geht es auch ihrem Nach-Nachfolger. „Reden Sie mit den Menschen vor Ort und transportieren sie unsere Überzeugungen, forderte Hoffmann die Teilnehmer eindringlich auf. Kreisvorsitzender Alois Jäger stieß ins gleiche Horn. Er sieht seine Partei im Landkreis Dillingen „auf gutem Weg“ und „stark vor Ort“ wie insbesondere die Städte Gundelfingen und Lauingen bewiesen. Die Kreis-FDP unterstütze auch Gerrit Maneth, den Bewerber der Freien Wähler um das Höchstädter Bürgermeisteramt, selbst wenn auf dessen Wahlkampfflyer „das FDP-Logo fehlt“. Maneth konterte seinem BSH-Arbeitskollegen, dass er „frei sein und parteiübergreifend“ arbeiten wolle, wenn er am 25. Februar in Höchstädt gewählt werde.

Liberale Kernkompetenzen wie Freiheit, Chancengerechtigkeit und Liberalität standen dann auch im Mittelpunkt der Rede von Norbert Hoffmann. „Besonders hier in Bayern hängt der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft ab“, warf er der Regierung vor. Mit einer „konservativen Revolution“ würde man nur das Rad der Zeit zurückdrehen. Deshalb bräuchte es in Bayern eine Trendwende.

Doch er 35-jährige Landshuter Stadtrat und Kreisvorsitzende weiß genau, dass der Erfolg bei Wahlen der Gradmesser für jeden Generalsekretär ist. Und er weiß auch, dass er sich deshalb ganz schnell in den eigenen Reihen bekannt machen und diese mobilisieren muss, gerade weil er erst seit zwei Monaten im Amt ist.

„Die meisten schwäbischen Bezirke habe ich schon durch“, sagte er gegenüber unserer Zeitung am Rande der Veranstaltung. Wenn man von Landshut nach dem über 300 Kilometer entfernten Marktheidenfeld müsse, „merkt man erst wie groß Bayern wirklich ist“. Und von Landshut nach Lutzingen sind es immerhin noch 150 Kilometer. Doch diese Mobilisierung ist bitter nötig. In der Januarumfrage von Infratest kommt die FDP auf fünf, die CSU auf 40 Prozent. Der Unternehmer Hoffmann, der seinen Job, anders als in den großen Parteien, ehrenamtlich versieht, gibt sich dennoch zuversichtlich. Bei fünf Prozent gebe es kein Zurücklehnen, da wisse man, dass man bis zur letzten Sekunde kämpfen muss. Dann wird er doch noch wahlkämpferischer: „Die Zeiten der absoluten Mehrheit der CSU in Bayern sind vorbei“, betont er mit Hinweis auf die jüngsten Umfragen. Doch selbst jetzt bleibt er sachlich, ja nachdenklich, nimmt sich gar einige Sekunden Zeit, einen Gedanken zu Ende zu führen – ein ungewöhnlicher Stil, andere in Wahlkampfstimmung zu versetzen; gewiss keine Bierzeltatmosphäre.

„Aber leiser zu sprechen bedeutet ja nicht, sich nicht durchsetzen zu können. Der, der am lautesten schreit, hat am Ende womöglich keine Stimme mehr im Konzert“. Das sagte beim Neujahrsempfang 2018 in Lutzingen nicht der Generalsekretär der Bayern-FDP Norbert Hoffmann. Der Satz stammt aus einem Interview, als seine Vor-Vorgängerin auf dem Höhepunkt ihrer Macht war. Deren Erfolg in Gundelfingen schwebte wie ein gutes Omen über dem Neujahrsempfang der schwäbischen Liberalen im modernen Lutzinger Bürgerzentrum.

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