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18. März 2010 20:00 Uhr

Fast vergessen: Der Josefstag

Landkreis Für Josef, Josefa und Josefine hat der heutige Tag schon immer eine gewisse Bedeutung: Sie haben Namenstag. Dass der 19. März bis zum Jahr 1968 ein katholischer Feiertag war, wissen gerade jüngere Menschen oft nicht mehr. Die etwas älteren dagegen erinnern sich - und wollen den Josefstag wieder aufleben lassen. Von sophie schlögl

Kreisheimatpfleger Alois Sailer sagt: "Der Namenstag war früher viel wichtiger als der Geburtstag." Da Josef, der Vater Jesu, auch ein Schutzpatron der Kirche ist, galt der 19. März lange Zeit als religiöser Feiertag. "Für uns Buben war dieser Tag natürlich sehr willkommen. Wir hatten schulfrei und gingen zum Anwünschen." Anwünschen bedeutete, dass man alle Josefs und Josefas in der Nachbarschaft besuchte, um ihnen zum Namenstag zu gratulieren. "Zur Belohnung gab's ein Ei oder ein Zehnerle", sagt Sailer.

Diesen Brauch kennt auch Christoph Hald, Inhaber der Brauerei Härtsfelder in Dunstelkingen, obwohl er im Jahr der Abschaffung noch ein Kleinkind war. Das verdankt er den Josefs, die auch weiterhin ihren Namenstag so feierten. Und er will die alte Tradition wieder aufleben lassen: "Wir möchten etwas zur Kulturpflege beitragen."

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Ein Starkbierfest zur Erinnerung

Aus diesem Grund veranstaltet er heute in seiner Brauereigaststätte erstmalig einen Starkbierabend zum Josefstag - mit besonderen Schmankerln für alle, die diesen Namen tragen. Es sei vorerst jedoch eine eher kleine Veranstaltung, sagt er. "So etwas muss man wachsen lassen", so Hald.

Für die Lauinger Kolpingsfamilie steht der religiöse Aspekt im Vordergrund. Sie feiert am heutigen Freitag ihr traditionelles Josef-Schutzfest mit einem Vortrag zum Heiligen. "Josef der Arbeiter ist der Schutzpatron von Kolping. Deshalb wird das Fest schon seit vielen Jahren gefeiert", sagt Sprecherin Sylvia Knecht im Gespräch mit der Donau-Zeitung. Auch Heimatpfleger Sailer sähe es gerne, wenn die religiöse Bedeutung des Tages wieder mehr zur Geltung kommen würde. Zudem fände er es gut, wenn dem Namenstag allgemein wieder größere Bedeutung zukäme: "Es muss keine große Sache sein, aber sich zum Namenstag gegenseitig kleine Freuden zu machen, das wäre schön."

Josefstag bringt den Frühling

Übrigens: Wenn es nach den guten alten Bauernregeln geht, dann bleibt auf alle Fälle zu hoffen, dass am Josefstag die Sonne scheint. Denn schließlich, so erzählt Sailer, gibt es folgenden Spruch: "Ein schöner Josefstag bringt ein gutes Jahr." In einer anderen heißt es: "Der Josefstag löscht die Lichter aus". Das bedeutet, dass nun der Frühling kommt und man das Licht im Haus ausschalten kann.

Nach dem langen Winter heißt es nun also Daumen drücken, dass Josef uns einen sonnigen Tag beschert und der Frühling endlich auch dauerhaft einkehrt.

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