1500 Beschäftigte marschierten gestern beim Warnstreik durch Dillingens Innenstadt Von Peter von Neubeck


Von Peter von Neubeck
„Wir wehren uns“ und „Bei bonzenschweren Säcken bleibt der Arbeitgeber auf der Strecke“ – solche und ähnliche Texte standen auf den Transparenten, die gestern beim Warnstreik der IG Metall in Dillingen geschwenkt wurden. Rund 1500 Teilnehmer, so schätzt Antonie Schiefnetter, sind aus dem BSH-Werk in Dillingen, von Röhm sowie von Same Deutz Fahr in Lauingen beim Warnstreik durch die Innenstadt marschiert, um für ihre Forderungen in den derzeit laufenden Tarifauseinandersetzungen zu kämpfen. Liedermacher Sepp Raith unterstützte sie dabei musikalisch.
Antonie Schiefnetter, die bei den Tarifverhandlungen dabei ist, warf den Arbeitgebern vor, zu provozieren. Als „größte Frechheit“ bezeichnete die Betriebsrätin die Antwort der Gegenseite auf die Gewerkschaftsforderung, Auszubildende unbefristet zu übernehmen, da dies einer Verbeamtung der Jugend gleich käme.
Wie Helmut Jung vom DGB kritisierte auch Michael Pfeifer und Florian Braun, der für die Jugend sprach, die unnachgiebige Haltung der Arbeitgeberseite bei den Verhandlungen. Braun fragte seine Kollegen öffentlich: „Wer soll euch mal später die Rente finanzieren?“ Man müsse der jungen Generation den Einstieg in ein unabhängiges Leben ermöglichen.
Kämpferisch gab sich auch Bezirksleiter Jürgen Wechsler, der an die Adresse der Arbeitgeber ausrief: „Sie haben nicht mehr lange Zeit, die Uhr läuft ab.“ Wenn nicht spätestens vor Pfingsten ein tragfähiges Ergebnis erzielt werde, würden Urabstimmungen durchgeführt und zum „flächendeckenden Arbeitskampf“ geblasen.
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