Alois Jäger war sich als Erster sicher: "Der Georg hat das gepackt", jubilierte der Lauinger FDP-Ortsvorsitzende bereits am Sonntagabend bei der ersten Prognose über den Ausgang der Bayerischen Landtagswahl. Der Gundelfinger Wahlkampf-Manager Walter Lohner hatte ausgerechnet, dass 7,7 Prozent für den Einzug von zwei Liberalen aus dem Wahlkreis Schwaben in den Landtag reichen sollten. Von Berthold Veh

Montagabend hatte der Lauinger mit 13 245 Stimmen als Zweitplatzierter mehr als 5000 Stimmen Vorsprung auf den Drittplatzierten Stephan Thomae - und das bei elf von 13 Stimmkreisen. Jäger dürfte also Recht behalten, Barfuß hat den Sprung in den Landtag wohl geschafft, auch wenn bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe die endgültige Bestätigung noch nicht vorlag. Neben dem Stimmkreisabgeordneten Georg Winter (CSU), der mit 51,40 Prozent wieder direkt gewählt wurde, wird künftig aller Voraussicht nach ein zweiter Abgeordneter aus dem Landkreis Dillingen die Interessen der Region in München vertreten.
"Das ist sensationell", sagte Barfuß, der in Lauingen mehr Stimmen als Winter erhielt und im Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen auf 13,58 Prozent kam. Nordschwaben habe zusammengehalten. Allerdings wollte der FDP-Kreisvorsitzende gestern den Ball etwas flach halten, denn rein rechnerisch könne ja auch Cottbus noch deutscher Meister werden. "Ich werde bei einem Einzug in den Landtag mein Versprechen wahr machen und zusammen mit Georg Winter in München etwas für unsere schwäbische Heimat tun", sagt Barfuß. Der Bau der neuen B16 stehe für ihn dabei ganz oben auf der Agenda. Wegen seiner "frauenfreundlichen Art" habe er Brigitte Meyer den Vortritt auf der Wahlkreisliste in Schwaben gelassen. "Zwei Schorsch in München sind besser für einen Landkreis als nur einer", sagt Barfuß. Er habe Georg Winter gratuliert und ihm die Zusammenarbeit angeboten.
CSU-Stimmkreisabgeordneter Georg Winter gratulierte Barfuß bereits gestern zum Wahlerfolg: "Ich beglückwünsche den neuen Kollegen zu seiner Wahl und wünsche mir eine gute Zusammenarbeit, insbesondere wenn es um die Anliegen unserer Region geht." Die CSU, so Winter, müsse sich nach dem schlechten Wahlergebnis erst wiederfinden "und die Dinge ordnen". Er gehe davon aus, dass die CSU sowohl mit der FDP, als auch mit den Freien Wählern Gespräche führen werde.
Die Gratulation kam sogar vom langjährigen politischen Gegner, dem SPD-Kreisvorsitzenden Dietmar Bulling: "Ich gratuliere Georg Barfuß." Für den Landkreis Dillingen sei es positiv, wenn er mit zwei Landtagskandidaten im Maximilianeum vertreten sei. Das Wahlergebnis bewertet Bulling "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Natürlich bereite es den Sozialdemokraten Freude, dass die CSU die absolute Mehrheit verloren habe. "Ich bin aber enttäuscht über das schlechteste Wahlergebnis der SPD bei einer Landtagswahl in Bayern." Das Erststimmenergebnis der Syrgensteinerin Mirjam Steiner (15,26 Prozent) sei akzeptabel. "Deprimierend ist aber unser Zweitstimmenergebnis von 12,9 Prozent im Stimmkreis", so der SPD-Kreisvorsitzende. Mirjam Steiner spricht von einer guten Erfahrung, das nächste Mal will die 29-Jährige auf einem aussichtsreicheren Platz antreten. Die Grünen-Kreisvorsitzende Bettina Merkl-Zierer ist ebenfalls zufrieden: "Wir haben im Stimmkreis von fünf auf sieben Prozent zugelegt, das ist ein schöner Erfolg." Dass neben Winter wohl auch Barfuß im Landtag sein wird, sei positiv: "Ein Abgeordneter mehr ist für unsere Region nicht schlecht."
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