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Liederabend
14.12.2015

Gosch’n halten und Hände falten

Tenor Sebastian Köchig bescherte den TiF-Besuchern mit Alice Graf am Klavier einen schwarzhumorigen dritten Adventssamstag.
Foto: von Weitershausen

Sebastian Köchig und Alice Graf servieren im Theater in Frauenriedhausen neben „vergifteten Tauben“ viel Wiener Schmäh und andere Bosheiten von Georg Kreisler

„Gosch’n halten, Hände falten – Weihnachten ist eine schöne Zeit“, hieß es in einer der Zugaben von Sebastian Köchig beim letzten Akt des diesjährigen Lauinger Kleinkunstherbstes. Gemessen am Beifall des Publikums stellte der Abend sicherlich den Höhepunkt dieser Veranstaltungen im Theater in Frauenriedhausen (TiF) dar. Da stand wieder einmal der Tenor Sebastian Köchig auf der Bühne in Frauenriedhausen und begeisterte das Publikum mit dem zynischen schwarzen Humor der Chansons von Georg Kreisler – dem Wiener, der zeitlebens Wien hasste, dem Juden, dem Amerikaner, doch an erster Stelle dem anarchistischen Liedermacher. An dem nach außen hin schon recht ramponiert erscheinenden Klavier des Theaters saß Alice Graf, deren variationsreiches, kreatives Spiel diesen Abend der „vergifteten Tauben im Park“ grandios begleitete.

„An diesem Lied kommen wir so nicht vorbei, deshalb bringen wir es hinter uns“, sagte Köchig zu seiner Klavierbegleitung, und so gingen sie los nach dem „Wanderlied der Niere“ zum „Tauben vergiften im Park“. Dieses wohl berühmteste Lied von Kreisler wurde jahrelang in Funk und Fernsehen verboten, kommentierte Köchig, denn was heute harmlos klinge, ließ das sich dem Defätismus hingebende Wien der Nachkriegszeit erzürnen.

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