Mittwoch, 19. Juni 2013

12. April 2012 11:50 Uhr

Hallali auf den Biber?

Mit einer Population von 400 Tieren im Landkreis ist der strenge Schutz für Meister Bockert für den BBV nicht mehr notwendig. Der Bund Naturschutz sieht das gänzlich anders

„Der Biber ist aus unserer Sicht nicht mehr als schützenswert zu erachten.“Eugen Bayer

Nein, gut ist Gabriele Scherer auf den Biber nicht zu sprechen. Lebhaft kann sie sich noch an jenen Herbsttag erinnern, als sie auf ihrem Maisfeld in einen der Gänge einbrach, den Meister Bockert darunter gebuddelt hatte. Die Ortsbäuerin aus Bergheim schaffte es damals aus eigener Kraft wieder heraus. Doch sie ist sich sicher: „Mein zehnjähriger Sohn wäre da nicht selbst herausgekommen. So etwas ist unglaublich gefährlich.“

Es sind Fälle wie dieser, die den Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands zur Abfassung einer Biber-Resolution bewegt haben, die in die gleiche Richtung weist, wie die Initiative von Landrat Leo Schrell (wir berichteten). Immer wieder und immer häufiger, sagt Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer, habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben. Regelmäßig brechen Zugmaschinen in die Gänge, tun sich die Tiere in den Feldern an Mais, Zuckerrüben und Getreide gütlich. „Die Schäden werden immer extremer. Um das einzudämmen, muss man versuchen, die Population in den Griff zu bekommen.“ Dass der Biber immer noch streng geschützt sei, sei bei einer geschätzten Zahl von 400 Tieren im Kreis Dillingen nicht mehr einsichtig. „Der Biber ist aufgrund dieser Zahlen aus unserer Sicht nicht mehr als schützenswert zu erachten.“

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In der Folge fordert der BBV in seiner Resolution, dass eine Bestandsregulierung durch den örtlichen Jäger generell auch in Gebieten mit land- und forstwirtschaftlicher oder teichwirtschaftlicher Nutzung ermöglicht werden und ebenfalls für Naturschutzgebiete und Natura-2000-Gebiete möglich sein müsse. Eine Bestellung des Jägers durch die Untere Naturschutzbehörde lehnt der BBV ab. „Die Hoheit der Entscheidungsfindung müsste relativ unkompliziert vor Ort angesiedelt werden, damit schnell gehandelt werden kann.“ Dass der Freistaat kürzlich den Entschädigungsfonds aufgestockt hat, ist für Bayer hauptsächlich ein Beweis für die Notwendigkeit eines Umdenkens. „Aber uns hilft es nichts, wenn die Politik mehr Geld für die Schäden ausgibt. Wir wollen die Schäden gleich vermeiden und den Ärger nicht mehr.“ Denn in vielen Fällen scheuten die Landwirte den bürokratischen Aufwand der für eine Entschädigung notwendig sei.

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Katharina Gaugenrieder

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