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05. Dezember 2009 05:40 Uhr

Junge Familie steht vor dem Nichts

Herbergssuche in Dillingen nach Wohnungsbrand

"Den Weihnachtsbaum haben wir uns mühsam zusammengespart", erzählt Williams Köllner mit leiser Stimme. Nun ist der Baum verbrannt - wie fast alles in der Dillinger Wohnung der Patchwork-Familie. "Alles ist kaputt", sagt Köllner mit Tränen in den Augen. "Ich habe jetzt gar nichts mehr." Von Yvonne Salvamoser

Den Christbaum hatte die junge Familie schon gekauft und auch ein bisschen geschmückt. Zum ersten Mal sollte es ein richtig großer sein. Im Wohnwagen, in dem Vater Williams Köllner die Jahre zuvor mit seinem kleinen Zirkus durch Deutschland gezogen ist, war dafür kaum Platz.

Deshalb freute sich der 34-Jährige für seine sieben und die zwei Kinder seiner Lebensgefährtin Diana Trumpf, dass der Schmuck in diesem Jahr ausladender ausfallen würde. "Den Weihnachtsbaum haben wir uns mühsam zusammengespart", erzählt er mit leiser Stimme. Nun ist der Baum verbrannt - wie fast alles in der Dillinger Wohnung der Patchwork-Familie, die momentan von Hartz IV lebt. "Alles ist kaputt", sagt Köllner mit Tränen in den Augen. "Ich habe jetzt gar nichts mehr."

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Die ganze Habe schwarz vom Ruß

Am Donnerstagmittag fing die Couch in der Dachgeschosswohnung in der Kapuzinerstraße Feuer. Möbelreste, Wände, Böden - alles ist schwarz vom Ruß. Köllner will noch einmal in seiner ehemaligen Bleibe vorbeischauen. Er hofft, wenigstens ein paar Kleider aus den Kinderzimmern retten zu können.

Erst im Frühjahr hatte sich der Zirkusmann in der Donaustadt niedergelassen. Er und die Mutter seiner Kinder hatten sich einige Zeit zuvor getrennt, den gemeinsamen Wanderzirkus aufgelöst. Eine schwierige Zeit vor allem für die Zwillinge Renaldo und Adriano (12), Maniana (9), Natalie (7), Nadja (6), Natascha (5) und Isabell (3). "Die Kinder sollten zur Ruhe kommen", sagt der junge Vater. Jetzt steht Köllner vor dem Nichts, ist am Boden zerstört: "Immer wieder kommen Rückschläge."

Es gibt auch Zeichen der Hoffnung. Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz nimmt sich der elfköpfigen Familie an und lädt sie am Wochenende in die Eichwaldstuben zum Essen ein. Die Stadt versucht fieberhaft, eine passende Unterkunft zu finden. Vorübergehend müssen Köllner, seine Freundin und die Kinder in einem geliehenen Wohnwagen auf dem Festplatz im Donaupark leben. Dass sie sich diesen zu elft teilen, stört die ehemaligen Zirkusleute nicht so sehr: "Wir sind es gewohnt, auf engem Raum zu leben", sagt Köllner. Außerdem sei seine frühere Frau gerade in der Stadt und kümmere sich ebenfalls um den gemeinsamen Nachwuchs.

Trotzdem soll das auf keinen Fall zum Dauerzustand werden. Der 34-Jährige hat bereits selbst die Initiative ergriffen und mit seinem Vater und seinen Geschwistern gesprochen, die einen Zirkus betreiben. Vielleicht kann er sich ihnen mit seiner Familie anschließen. Er und seine Kinder könnten als Feuerspucker und Akrobaten auftreten. Aber sehr konkret sind diese Pläne noch nicht. Deshalb wünscht sich Köllner im Moment vor allem eines: "Eine Wohnung über Weihnachten wäre schön - für die Kinder vor allem."

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