Dillingen Für Schwester Esther ist die Dillinger Asthma- und COPD-Selbsthilfegruppe (siehe Wortweiser) eine wichtige Anlaufstelle. Ihr geht es nicht nur um Tipps, wie man mit der Krankheit am besten umgeht. "Wir unternehmen gemeinsam etwas, das ist auch ein Stück Geselligkeit", sagt die Franziskanerin. Für einen Gundelfinger, der seit sieben Jahren an Asthma leidet, liefern die Begegnungen "eine gute Anleitung, wie man den Alltag bewältigen kann". Von Berthold Veh

Am vergangenen Samstag fand das Treffen im Haus der Franziskanerinnen der Regens-Wagner-Provinz in Dillingen statt. Die Außergewöhnlichkeit des Termins zeigte sich auch darin, dass die Bundesvorsitzende des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB), Marliese Köster, nach Dillingen gekommen war: Das Angebot der Selbsthilfegruppe wird größer. "Wir öffnen uns auch für Allergiker und Neurodermitiker", sagten die beiden Ortsvorsitzenden Gudrun Hübner und Roswitha Shimmels.
Leidensdruck sehr hoch
Mit rund 20 000 Mitgliedern in 120 Ortsverbänden sei der DAAB die größte Patientenorganisation im Bereich Allergien, Asthma und Neurodermitis in Deutschland, informierte Marliese Köster: "Wir wollen Hilfe und Stütze zur Bewältigung des Alltags geben." Gerade bei Neurodermitikern sei der Leidensdruck oft sehr hoch, so die Bundesvorsitzende.
Dr. Torsten Krefeldt, Facharzt für Dermatologie und Allergologie in Dillingen, ist begeistert von der Idee, dass der DAAB in Dillingen nun auch eine Anlaufstelle für allergiekranke Menschen mit Hauterkrankungen bietet. Im Oktober wird Krefeldt einen Vortrag zu den neusten medizinischen Erkenntnissen zur Neurodermitis vor der Selbsthilfegruppe halten.
Cornelia Niklas vom DAAB-Ortsverband Regensburg sprach über Nahrungsmittelallergien. Als Betroffene berichtete sie, wie schwer es für einen Nahrungsmittelallergiker ist, mit dieser Erkrankung zu leben. Die eigentliche Odyssee sei der lange Weg bis zur Diagnose. So können Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder Schwindelattacken bis zum Reizdarm und Blähbauch Symptome der Nahrungsmittelallergie sein.
Nicht selten, so Niklas, würden Patienten, die an einer Nahrungsmittelallergie leiden, in die psychosomatische Ecke gestellt, bis nach geduldiger Führung eines Ernährungstagebuchs, fachärztlichen allergologischen Untersuchungen und der Austestung von Nahrungsmitteln in einer Fachklinik die Diagnose und die Therapie feststehen.
Cornelia Niklas hat es im Übrigen geschafft. Seit einem Jahr weiß sie, was sie essen kann, ohne krank zu werden. So isst sie zum Beispiel den Salat heute ohne Essig, aber mit viel Kräutern, Salz und Öl. Ihr Hühnchen wird im Ofen gebacken, aber nur gesalzt - und an den Spinat dürfen beim Dünsten nur wenig Zwiebeln und ein bisschen Sahne.
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