Höchstädt Der Neubau des Kindergartens "Don Bosco", die neue Krippe und mehr Parkplätze in der Innenstadt: Höchstädt muss in den kommenden Monaten fleißig investieren. Da bleibt kaum Luft, um neue, große Projekte zu schultern. Deshalb will Bürgermeisterin Hildegard Wanner erst die Pflichtaufgaben der Stadt erledigen und sich dann an neue Aktionen wagen. Von simone bronnhuber


Beim DZ-Sommerinterview betonte Wanner, dass Höchstädt eine "gewaltige Herausforderung" zu meistern habe - allein der Neubau des Kindergartens schlage mit rund 1,3 Millionen Euro zu Buche, die Krippe koste die Donaustadt 770 000 Euro. Auch der Neubau der Mensa in der Volksschule belastet zusätzlich, die Stadt ist mit zwei Dritteln beim Schulverband beteiligt. Momentan werden in der Schule Brandschutzmaßnahmen, die mit 200 000 Euro eingeplant sind, vorgenommen. Außerdem wurden dieses Jahr schon 170 000 Euro für neue Gerätschaften für den Bauhof ausgegeben.
Unterkunft ist nicht zeitgemäß
Deshalb werden Projekte wie etwa der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses erst mal hinten angestellt. "Die Unterbringung unserer Feuerwehr ist definitiv nicht mehr zeitgemäß. Auch der Standort ist nicht optimal. Dennoch müssen wir das Projekt auf das nächste Jahr verschieben", sagt Wanner. Die Bürgermeisterin rechnet mit rund 1,5 Millionen Euro Eigenanteil für den Neubau, für den sich die Stadt Höchstädt verpflichtet hat. Geplant sei dieser weiterhin am Bahnhofsgelände, dort "sind die Standortbedingungen perfekt". Wanner wolle sich in Sachen Feuerwehr auch auf nichts mehr einlassen, die Sache sei klar.
Nicht ganz so klar ist hingegen, was mit dem ehemaligen Internat am Krankenhausberg passiert. Ein Jugend- und Familien-(JUFA)-Gästehaus wäre für Wanner eine gute Lösung. Sie glaubt, dadurch könne man mehr Besucher anlocken. "Ich denke, es wäre eine gute Option für den ganzen Landkreis", so die Rathauschefin. Es fanden auch schon Gespräche mit Landrat Leo Schrell sowie den Verantwortlichen vom Regionalentwicklungs-Verein "Donautal-Aktiv" statt. Bislang blieb allerdings die Sponsorensuche erfolglos. Auch die Suche nach passenden Fördermitteln gestalte sich als schwierig.
Dennoch ist sich Wanner sicher, dass ein Gästehaus vor allem Höchstädt aufwerten könnte - auch wenn Gastronomen in der Region nicht begeistert sind. "Es gab schon Gespräche und ich kann die Angst vor Einbußen auch verstehen, dennoch glaube ich, mit einem Gästehaus kann man ganz andere Besuchergruppen wie bislang anziehen." Bei der nächsten Stadtratsitzung müssen ihre Räte vorerst abstimmen, ob eine Studie mit allen Bedingungen für ein mögliches Gästehaus in Auftrag gegeben wird oder nicht. Danach sehe man weiter.
Geduldig abwarten muss Hildegard Wanner auch den Fortgang bei der B 16-Planung. Nachdem das Bundesverkehrsministerium die endlose Trassendiskussion beendet hat, geht jetzt die Planung einer Nordumfahrung voran. Anfang nächsten Jahres erwartet Wanner einen ersten Zwischenstand. Dennoch bleibe die Frage, wann der Staat den Geldbeutel öffnet. "Ich denke, wenn Dillingen fertig ist, dann kommt Höchstädt dran. Aber das ist ja schon mal was."
Zwischenzeitlich will sich Wanner um die Belange der Betroffenen, wie etwa in Deisenhofen oder Mörslingen, kümmern. Außerdem hofft sie, dass keine Klage gegen die geplante Trasse kommen wird. "Wir haben sämtliche Gutachten vorliegen. Falls eine Klage eingereicht wird, denke ich, geht das Gerichtsverfahren recht schnell", so Wanner.
Marktplatz soll autofrei bleiben
Beschlossene Sache ist dagegen, dass der Marktplatz autofrei bleiben soll. Weil in der Kirchgasse neue Parkplätze anstelle des Kindergartens "Don Bosco" entstehen, soll sich das auch nicht ändern. "Wir müssen im Stadtrat entscheiden, wie die neue Verkehrsregelung aussehen wird. Dann wird sich zeigen, ob die Zufahrt zum Marktplatz zusätzlich gesperrt wird", sagt die Bürgermeisterin.
Die Arbeiten rund um den Kindergarten und Marktplatz sind in vollem Gange, Bauende soll spätestens Mitte nächsten Jahres sein. "Die Höchstädter warten auf die Parkplätze, darum soll es auch recht flott gehen."
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