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13. Januar 2010 05:19 Uhr

Höchstädter Rat sauer auf Bund Naturschutz

Höchstädt (bv) - Der Streit zwischen der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN) und der Stadt Höchstädt hat einen neuen Höhepunkt erreicht. So fühlen sich die Stadträte Eva Graf-Friedel, Jakob Kehrle, Hans Mesch (alle FW), Günter Ballis (FDP), Franz Mayerle (CSU) und Armin Hopfenzitz (Umland) vom BN-Kreisvorsitzenden Dieter Leippert vorgeführt. Auslöser war die von der Stadt Höchstädt gewünschte Änderung der Radweg-Trasse am Lückenschluss. Einer Änderung des Radwegs, der vom Kreis gebaut wird, wollte der Bund Naturschutz nicht zustimmen.

Leippert rügt Unzuverlässigkeit

Dabei brachte vor allem Leipperts Argument die Stadträte auf die Palme: "Aufgrund der bisherigen Erfahrung des Bundes Naturschutz mit der Stadt Höchstädt hinsichtlich der Zuverlässigkeit bei der Umsetzung zugesagter Ausgleichsmaßnahmen sehen wir uns nicht in der Lage, auf weitere Versprechungen der Stadt Höchstädt zu vertrauen." Mesch wetterte: "Das lasse ich mir als Höchstädter Stadtrat nicht gefallen …" Franz Mayerle sprach von einer "bodenlosen Frechheit". Bürgermeisterin Hildegard Wanner riet, es beim ursprünglichen Radweg-Verlauf zu belassen, denn sonst würden weitere Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Der entsprechende Beschluss fiel mit 14:5 Stimmen. Weil der Radweg nun stärkere Steigungen aufweisen wird, empfahl Matthias Letzing, ein Schild anzubringen: "Schimpfen Sie nicht auf die Stadt und den Stadtrat!"

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Wolfgang Konle (SPD) sagte, es sei nicht angebracht, über den Bund Naturschutz herzuziehen. Höchstädt habe versprochene Ausgleichsmaßnahmen nicht erfüllt. Gegen Ende der Sitzung attackierte er Bürgermeisterin Wanner, ob sie denn nicht noch etwas zu sagen habe.

Konle ging es um ein Schreiben des Landratsamts. Dort heißt es, dass die Ausgleichsmaßnahmen bei der Ausweisung des Gewerbegebiets "Dillinger Straße Nord" nicht anerkannt werden können. Der Verstoß gegen die Vorschrift könne mit einem Bußgeld bis zu 50 000 Euro belegt werden. Die Stadt müsse nun die Fledermaus-Bestände in zweijährigem Abstand untersuchen (Monitoring). Wanner entgegnete, dass sie die Sache bei einem Termin im Landratsamt klären werde. Konle stellte den Antrag, dass die Mehrkosten für die Stadt aufgelistet werden sollten. Mesch stellte den Gegenantrag, die Debatte zu beenden. Konle möge den Antrag schriftlich vorlegen. Dem wurde bei einer Gegenstimme (Konle) entsprochen.

Die Verärgerung Leipperts rührt daher, dass auf Betreiben der Stadt Höchstädt im Ausgleichsbiotop am Lückenschluss vom Kreis ein Schotterweg angelegt wurde. Der sei für die Pflege des Walls der Sportanlagen nötig, argumentiert Stadtbaumeister Thomas Wanner. "Das hätte sich die Stadt vorher überlegen müssen", sagt Leippert. Der BN sei der Stadt bei der Ausweisung des Gewerbegebiets "sehr entgegengekommen". Angesichts vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen für das Versetzen der Fledermaus-Obstbäume und der Hecke, so Leippert, hätte die Stadt eigentlich sieben bis acht Jahre warten müssen, bis neue Büsche gewachsen seien. Das Rankgitter (Orientierungshilfe für Fledermäuse) hätte spätestens im März 2009 und nicht erst im Sommer stehen müssen. »Bericht folgt

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