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12. März 2010 20:10 Uhr

Ihr Motto lautet "Turne bis zur Urne"

Peterswörth Montagabend ist Damengymnastik. Das ist in Peterswörth seit 50 Jahren so. Und das soll auch so bleiben. Sie haben hier auch schon am Rosenmontag geturnt. Nur wenn der Heilige Abend auf einen Montag fällt, dann könnte es sein, dass die Damen eine Ausnahme machen. Von Katharina Gaugenrieder

An diesem Montagabend haben sich 14 Frauen im Bürgersaal von Peterswörth eingefunden. Im Hintergrund dudelt leise die Musik von ABBA, während die Turnerinnen nach einer Stunde Dehnen und Kräftigen ihre Muskeln ausklopfen. "Damit wir morgen keinen Muskelkater haben", sagt eine von ihnen und die anderen lachen. Über die Ausführung der Übungen wacht Erna Feldengut. Seit 40 Jahren ist sie gewissermaßen die Vorturnerin der Gruppe, war von Beginn an dabei. Eine ihrer Mitstreiterinnen sagt, sie wäre schon in Turnschuhen geboren.

Heute ist Erna Feldengut 70 Jahre alt. Und der Montagabend ist immer noch exklusiv für die Damengymnastik reserviert. "Das ist eine feste Institution. Alle in meiner Verwandtschaft wissen, am Montag brauchen sie nicht zu kommen. Da ist Turnen." Eine feste Institution ist auch die Übung für die Finger am Schluss der Stunde. "Das ist ein Ritual, das gehört dazu. Und ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass wir alle noch so gerade Finger haben", sagt Erna Feldengut.

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Sie ist nicht die Einzige in Peterswörth, die seit 50 Jahren immer montags die Turnschuhe schnürt. Christa Müller, Marianne Müller und Barbara Winkler sind ebenfalls seit einem halben Jahrhundert mit von der Partie. Auch heute noch, mit 79 Jahren, lässt es sich Barbara Winkler, die alle hier nur Babet nennen, nicht nehmen und turnt mit. So weit, wie sie in die Dehnung gehen kann, sagen die anderen Frauen anerkennend, schafft es sonst kaum eine hier. "Aber wir sind ja auch noch nicht so lange dabei. Wir haben ja noch Zeit zum Üben, mit 79 sind wir dann genauso gut", scherzen sie.

Und auch die Jugend könnte sich von Barbara Winkler noch eine Scheibe abschneiden. Ihre zwei Enkel, sagt die, würden wohl nicht wie die Oma mit den Fingerspitzen bis an den Boden kommen. Auch die Tochter von Martina Müller hat bereits erfahren müssen, dass die Damen von der Gymnastikgruppe sich hier nicht zum Kaffeekränzchen treffen. "Die ist ganz schön ins Schwitzen gekommen", erzählt die Mutter, die bei Erna Feldengut schon als Kind geturnt hat und deren eigene Mutter auch schon hier bei der Damengymnastik dabei war.

Noch ein Stückchen weiter, wenn es wehtut

Zwei Mottos haben sich die Frauen über die Jahre gegeben. Das eine, sagt Christa Müller, die heute 75 ist, ist "Turne bis zur Urne", der andere Spruch lautet "Wenn's wehtut noch ein Stückchen weiter." Auch über die Einhaltung dieser Mottos wacht Erna Feldengut. Denn, dass sie und ihre drei Mitstreiterinnen der ersten Stunde heute noch so fit sind, schreibt sie zu einem Großteil der körperlichen Betätigung zu. Auch, was die geistige Fitness anbelangt. "Das Hirn muss auch trainiert werden. Es heißt nicht umsonst, dass nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnt." Nicht zuletzt legen die Frauen auf einen Muskel hier besonderen Wert: auf den Lachmuskel. Fast schon obligatorisch sei der Witz, den immer eine bei der Fingerübung am Ende erzählt und auch zwischendurch wird viel gelacht. "Wir sind eine lustige Truppe hier", sagt Erna Feldengut.

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