Dillingen Mit der kurzweiligen Kriminalkomödie "Kommissar Klotzig gerät in Stress" von Alexa Thismeyer wartete die Unterstufen-Theatergruppe des Sailer-Gymnasiums auf. 26 engagierte Schülerinnen und Schüler hatten unter der Leitung der Studienrätinnen Heike Holzapfel und Silke Frauenholz-Funk wieder ein witziges und spannendes Stück einstudiert, diesmal eine Episode direkt aus dem Schulleben.
Wenn das Lehrerpult und die Schulbänke verschwinden
Was sich die Schüler der Charlottenschule zunächst sehnlichst wünschen, nämlich Abwechslung zum ach so eintönigen, ja qualvollen Schulalltag, tritt unverhofft ein, als plötzlich zunächst das Lehrerpult und schließlich alle ihre Schulbänke verschwunden sind. Doch auf Dauer ist Unterricht auf dem Fußboden auch nicht hinnehmbar. Und wenn der zuständige Kommissar Klotzig (Dorian Wigand) sich mit derartigen Lappalien an seiner alten Schule nicht befassen möchte, da das Mindeste wofür er einen Finger rühren würde ein anständiger Mordfall ist ("mehr oder weniger"), dann müssen die Schüler eben selbst auf die Suche gehen.
Und sie werden tatsächlich bald fündig, denn in der Zwischenzeit besitzen nicht nur der Herr Direktor, sondern auch der Kommissar Klotzig einen brandneuen Luxusschreibtisch der Marke Topline International. Aber kommen die Möbel den Schülern nicht irgendwie bekannt vor? Ein alter Kaugummi, der da unter der Tischplatte klebt, ist der klare Beweis. Das sind die Bänke aus ihrem Klassenzimmer. Nur wer ist der Dieb? Vielleicht sogar der Direktor, der mit dem Kommissar unter einer Decke steckt?
Als Klotzigs Sekretärin erfährt, dass sie ihrem Chef möglicherweise zum 20-jährigen Dienstjubiläum ein aufgestyltes altes Pult aus seiner früheren Schule geschenkt hat - welch ein Skandal -, greift sie beherzt in die Ermittlungen ein. Und da Stress doch "mehr oder weniger eine Frage der Einstellung ist", kommt auch Klotzig seiner geschätzten Sekretärin etwas verspätet zur Hilfe. Nach dramatischen Szenen im Möbelhaus steht erst am Ende fest, dass es Kevin, der Sohn des Hausmeisters Mayer gewesen ist, der mit seinem Freund Tom die Tische weggeschafft und an den Möbelhändler verkauft hat. Schließlich kann nur er an den Schulschlüssel herangekommen sein, da sein Vater regelmäßig beim Fernsehkrimi einschläft.
Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert
Es gelang der Theatergruppe, etliche witzige Elemente einzustreuen und die Lachmuskeln der Zuschauer ordentlich zu strapazieren. Neben den zahlreichen Sticheleien Klotzigs gegen den Schulbetrieb amüsierten besonders die Gegensätze zwischen dem stets pflichtbewussten, alten Werten nachtrauernden Schuldirektor und seinem eigentlich nur am Abendkrimi interessierten Hausmeister, zwischen der durchaus dynamischen Sekretärin Klotzigs und ihrem zur Bequemlichkeit neigenden Chef, zwischen der überaus motivierten Lehrerin Frau Quader und ihren gelangweilten Schülern.
Und wenn sich ganz am Ende der Schuldirektor, seine Sekretärin, Frau Quader und der Hausmeister in den Sesseln ausstrecken und ein Päuschen machen, während die Schüler zur Strafe alle restlichen Schulmöbel aufpolieren müssen, dann kommt wunderbar zum Ausdruck, dass nicht nur Herr Klotzig, sondern auch so manches Schulpersonal sich insgeheim so gerne ein etwas stressfreieres Berufsleben gönnen würde. Fast wie im richtigen Leben …
Das zahlreich erschienene Publikum dankte der talentierten Theatergruppe und ihren Leiterinnen mit anhaltendem Applaus. (hep)
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