Bissingen/Oberringingen Ein umfangreiches Programm steht in diesem Jahr in Bissingen an. Das wurde auf den beiden gut besuchten Bürgerversammlungen deutlich. Neben den Investitionen in das Abwassersystem ging Bürgermeister Michael Holzinger dabei vor allem auf den Neubau des Rathauses ein. Den Bürgern brannten zudem die Radwege und die gestiegenen Verwaltungskosten unter den Nägeln.
Zu Beginn erläuterte der Bürgermeister die Haushaltszahlen 2010, die sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. So seien besonders im Gewerbesteuerbereich trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise die Einnahmen nicht eingebrochen und der Schuldendienst der Gemeinde habe ebenfalls planmäßig bedient werden können, wodurch die Pro-Kopf-Verschuldung von 494 Euro im Jahr zuvor auf 458 Euro reduziert wurde. Die Steuerkraft der 3745 Einwohner zählenden Gemeinde lag nach den Worten des Rathauschefs bei 2,223 Millionen Euro, was einer Steuerkraft von 633 Euro pro Einwohner entspricht. Anschließend kam Holzinger auf den investiven Maßnahmekatalog der Gemeinde in 2009 zu sprechen, bei dem, wie bereits in den Jahren zuvor besonders im Abwasserbereich die meisten Mittel verbaut worden seien. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister darauf, dass auch in den nächsten fünf Jahren die größten Investitionen der Gemeinde für das Abwassersystem verbaut werden müssten. Dabei seien als nächste Maßnahmen dieser Art die Kläranlagenanschlüsse der Ortsteile Leiheim, Oberringingen und Zoltingen vorgesehen.
Als weitere Investitionsmaßnahmen für das laufende Jahr nannte Michael Holzinger den Neubau des Rathauses, der mit 299 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm II bezuschusst werde sowie den Bau eines zweiten Blockheizkraftwerkes an der Kläranlage, da durch den vermehrten Gasanfall der Stromverbrauch der Anlage dann beinahe vollständig abgedeckt werden könne.
Des Weiteren müsse auch in das Schulgebäude investiert werden, sagte Holzinger, um den Verbleib der Schule in Bissingen auch zukünftig zu sichern.
Zum Abschluss seiner Ausführungen dankte der Bürgermeister allen, die sich für das Gemeinwesen der Marktgemeinde engagiert haben, wobei er in diesem Zusammenhang besonders der Arbeit des Winterdienstes in diesem Jahr großes Lob zollte, was auch aus den Reihen der Besucher beider Versammlungen mit anerkennendem Applaus bedacht wurde.
Diemantsteiner wollen Verkehrsinsel
Bei der anschließenden Diskussion kamen in Bissingen die Fragen auf, weshalb die Verwaltungskosten seit 2007 angestiegen seien und wie das neue Rathaus beheizt werde. Bezüglich der Verwaltungskosten sagte Holzinger, dass eine weitere Vollzeitkraft eingestellt worden und bei der Heizung noch keine Entscheidung gefallen sei.
In Oberringingen kam aus den Reihen der Bürger die Forderung auf, die Ortsdurchfahrt von Diemantstein mit einer Verkehrsinsel zu entschärfen. Holzinger sagte dazu, dies könne die Gemeinde nicht entscheiden, weil die Ortsdurchfahrt eine Staatsstraße ist und hier das Straßenbauamt ebenso zuständig sei, wie für die Verwendung der alten Randsteine, die ebenfalls von den Bürgern moniert wurde. Auf die Frage nach der Beleuchtung für die neue Ortsverbindung von Warnhofen nach Diemantstein erklärte der Bürgermeister, dass dies noch im Gemeinderat behandelt werde.
Bezüglich der Kritik an den undichten Schadstellen des neuen Abwasserkanals in Unterringingen sagte Holzinger, dass diese sehr unerfreulich gewesen sei aber nun seitens der Tiefbaufirma im Rahmen einer Inlinesanierung repariert wurden. Auf die Anregung auch im oberen Kesseltal den Radwegebau ins Auge zu fassen, sagte der Rathauschef, dass dies im Gemeinderat bereits angedacht wurde. Allerdings müsse zunächst einmal die Abwasserinfrastruktur aller Ortsteilen erledigt sein, bevor das Thema Radwege im Kesseltal realistisch diskutiert werden könne.
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