In Bergheim werden gerade die Wasserleitungen inspiziert – mit einer Kamera



Von Yvonne Salvamoser
Bergheim Wie ein Anglerfisch, ein rundes Lämpchen wirft einen Lichtkegel in die Dunkelheit, schiebt sich der Kamerawagen durch den feuchten Bergheimer Hauptkanal. Konzentriert beobachtet Kanalinspekteur Maik Schuchert auf einem Computermonitor das erdfarbene Rohr und das dünne Rinnsal am Boden der Leitung. „Da steht Wasser. Das sollte so nicht sein. Da bleibt das, was es rausspülen sollte, eventuell hängen oder der Kanal verstopft mit der Zeit“, sagt er mit kritischem Blick zu seinem Kollegen Tobias Rundt. Dieser lehnt in leuchtend orangefarbener Arbeitskleidung an der offenen Hintertür des Kastenwagens der Firma Eisenreich aus Sontheim und schaut kurz in den offenen Kanalschacht, in der die beiden die rund 60 Kilogramm schwere Kamera hinuntergelassen haben.
Ihr Ziel: Fremdwasser aufspüren, das nicht in den Kanal gehört. Was das ist? Zum Beispiel Grundwasser, das über Lecks in den etwa 40 Jahre alten Kanal sickert.
Zitternd bahnt sich der elektrisch betriebene Wagen seinen Weg durch den Schacht. Bald steuert Schuchert über einen Schaltknüppel an seinem Bedienpult im Innern des Wagens das kleine Kameraauge in einen der 65 zu prüfenden Hausanschlüsse. „Da ist irgendetwas Festes, das da nicht hingehört“, kommentiert er einen feucht glänzenden, milchig weißen Klumpen an der Wand des Steingutrohres. Die Inkrustation aufgrund von eindringendem Fremdwasser, wie es im Fachjargon korrekt heißt, notiert er im Protokoll. Die Art der Schäden klassifiziert später an Hand des Videomaterials ein Ingenieur.
Seit über 20 Jahren gibt es diese Art der Untersuchung schon, erklärt Schuchert. Davor musste es mit Spiegeln gehen.
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