Tapfheim (pm) - Bei einem Vortrag, zu dem der Bund Naturschutz der Kreisgruppe Donau-Ries und die Ortsgruppe Tapfheim eingeladen hatten, referierte Architekt Martin Endhardt aus Günzburg über die Passivhausbauweise bei Privat- und Gewerbegebäuden sowie öffentlichen Bauten. Er schilderte, dass mit einem Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr ein Haus geheizt werden kann. Die beispielhaft gezeigten Häuser hatten Heizbedarf von zwölf bis 30 Euro pro Monat.
Bei der Veranstaltung wies der Ortsvorsitzende des BN, Alexander Helber, darauf hin, dass nur die dauerhafte Senkung des Energieverbrauches eine Energiekrise verhindern könne. "Wir können unseren derzeitigen hohen Verbrauch nicht nur mit erneuerbaren Energien decken. Wir müssen Energie einsparen."
Wichtig ist, so Endhardt, dass Häuser so gut isoliert sind wie "ein Schlafsack". Die Energie muss im Hause gefangen bleiben. Möglich macht das eine Isolierung von 40 Zentimetern auf dem Dach und 20 Zentimetern auf der Außenwand.
Nicht zum Nulltarif
Dazu kommen dreifachverglaste Fenster ohne Wärmebrücke. Wenn ein Haus nun so dicht ist, müssen die Wohnräume belüftet werden. Über einen Wärmetauscher wird die Energie der abfließenden Luft dabei zur Erwärmung der zufließenden Luft verwand. Dass diese Güte des Wohnraumes nicht zum Nulltarif zu haben ist, wird jedem klar sein. Diese Sache rechnet sich aber bereits nach sechs bis sieben Jahren, so Endhardt. Er zeigte auf, dass sich das Passivhaus schon bei den heutigen Energiepreisen rechnet.
Die 2,7 Millionen Euro teure Passivhaus-Schule in Günzburg, die Endhardt gebaut hat, wird zwei Stunden vor Schulbeginn etwas vorgeheizt: Bei 24 Schülern pro Klasse ist die Energie automatisch vorhanden, um das Klassenzimmer von selbst zu erwärmen. Außerdem ist immer sauerstoffreiche Luft im Klassenzimmer vorhanden. Alte Schulen benötigen im Schnitt 37 Liter/m²/Jahr. Die Schule in Günzburg hat einen Heizbedarf von vergleichsweise 1,5 Liter m²/Jahr über gespeicherte Erdwärme. Im Sommer kann das System sogar zum Kühlen verwendet werden.
Viele Zuhörer waren nach dem Vortrag davon überzeugt, dass nur die sehr genaue Kenntnis des Planers über Zusammenhänge und Wirkung und die richtige Auswahl der angebotenen Baumaterialien Erfolg bringen können.
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