Höchstädt (dz, vN) - "Information ja - Mitgestaltung nein", schreiben Anwohner und Einzelhändler rund um den Marktplatz, die sich in einer Stellungnahme genauso überrascht zeigten wie die Höchstädter Stadtführung, dass jetzt, nachdem der Förderkreis Stadt Höchstädt ein Bürgerbegehren eingeleitet hat, alle behaupten, man hätte die Einwände doch früher sagen oder beantragen können.
Christoph Bauer, Christian Konle, Christa Musselmann, Theo Pollak, Martina Roch, Thorsten Reise, Rudolf Schulz und Hanna Zucker schreiben: "Dies wurde von unserer Seite auch des Öfteren schriftlich getan, aber nie wurden unsere Bedenken und Anliegen berücksichtigt oder haben Gehör gefunden."
Man sei zu drei Veranstaltungen im Pfarrheim und einer Städtebesichtigung eingeladen worden und habe Vorschläge zur Marktplatz-Neugestaltung vorbringen dürfen. Nach dem ersten "Workshop" habe man schriftlich einige Anregungen und Änderungen Bürgermeisterin Hildegard Wanner und dem Stadtgremium mitgeteilt. Die Anwohner schreiben: " Nur wegen eines Zuschusses etwas zu bauen, für das eigentlich keine Notwendigkeit bestand, konnten wir alle nicht nachvollziehen."
Auch im Einzelhandelsgutachten sei klar zum Ausdruck gebracht worden, dass der Wegfall von nur zehn Parkplätzen am Marktplatz eine wirtschaftliche Gefährdung für einige Einzelhandelsgeschäfte bringen würde. Erst nach Drängen sei ein "Parkplatzmanagement" ins Leben gerufen worden. Durch den Neubau einer Kindertagesstätte, verbunden mit dem Abbruch des Pfarrhofes können jetzt genügend innenstadtnahe Parkplätze geschaffen werden. Wäre dieses Bauprojekt nicht gekommen, wäre die Parkplatzsituation immer noch strittig, wobei die Situation am Heimatmuseum und Bachgasse immer noch nicht geklärt sei.
Die Einzelhändler weiter: "Wir baten auch darum, rechtzeitig vor Baubeginn informiert zu werden, da wir Aktionen rund um das Bauvorhaben planen wollten. Inoffiziell erfuhren wir vom Baustart genau zehn Tage vorher. Offiziell wurden wir am Donnerstag eingeladen. Dort wurde uns gesagt, dass die Bauarbeiten am Montag beginnen werden." Die Anwohner ärgert vor allem die Informationspolitik und dass Geld ausgegeben werde für etwas, was die Höchstädter eigentlich gar nicht wollten. Wenn einmal in 20 Jahren Höchstädt auf den Umgehungsstraßen im Norden oder Süden oder im Tunnel oder über eine große Brücke umfahren werden kann, dann könnten sie sich eine Marktplatz- bzw. Stadtneugestaltung vorstellen.
Und abschließend heißt es: "Wir laden Frau Wanner und unsere Stadträte gerne ein, sich mal einen Tag in eines unserer Geschäfte am Marktplatz zu stellen und sich die Meinung der Bürger über den Umbau und den Brunnen anzuhören. Wir glauben, dass unsere Stadt nicht mehr im Sinne der Bürger handelt, sondern nur noch Politik gemacht wird, die kein Mensch versteht."
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