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05. August 2009 04:55 Uhr

Neun Monate Freiheitsstrafe und 7000 Euro Geldbuße wegen Untreue

Wertingen Einen Strafbefehl gegen Wertingens Altbürgermeister Dietrich Riesebeck hat die Staatsanwaltschaft Augsburg in diesen Tagen erlassen. Der ehemalige Kommunalpolitiker (SPD) wurde wegen Untreue im Fall eines "Arbeits-Sicherungsdarlehen" aus dem Jahr 1999 an die Firma "Metallbau Krauß" zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Riesebeck muss ferner 7 000 Euro Geldbuße an die Staatskasse bezahlen.

Der 70-Jährige, der seit geraumer Zeit in Bad Wörishofen lebt, hat sich schweren Herzens mit einer Ahndung des Strafbefehls einverstanden erklärt. Und das, obwohl nach seinem Empfinden und Rechtsverständnis der Strafbefehl in krassem Widerspruch zu dem steht, was durch den Kredit bewirkt wurde. "Ich bin über die ganze Geschichte sehr traurig und möchte aus gesundheitlichen Gründen die Sache jetzt beruhen lassen", betonte Riesebeck gestern gegenüber unserer Zeitung. Auch aus finanziellen Gründen - vor dem Bußgeldbescheid von 7 000 Euro hat er bereits einen ähnlich hoher Betrag an Anwaltskosten zu bestreiten gehabt - verzichtet er auf einen Einspruch. Das Amstgericht Augsburg beschuldigt den ehemaligen Bürgermeister, durch den Kredit an die in eine finanzielle Schieflage geratene Firma "Meatallbau Krauß", die eingeräumte Befugnis über fremdes Vermögen zu verfügen, missbraucht zu haben. Riesebeck habe der Stadt einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeigeführt, heißt es in dem Strafbefehl.

Richter Roland Fink, der das schriftliche Verfahren alleine leitete, bezieht sich in seiner Begründung auf den Grundsatz der Wettbewerbsneutralität, das für die öffentliche Hand keine Aufgabe darstelle.

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Alfred Sigg, 1999 Fraktionsvorsitzender der CSU im Wertinger Stadtrat, hat weiland den Beschluss, der Firma Krauß einen Kredit zu gewähren, mitgetragen. Er ist noch heute überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. "Wir konnten damals Arbeitsplätze retten und gingen fest davon aus, dass wir das Geld zurückbekommen." Bis auf ein Mitglied habe der gesamte Stadtrat vor zehn Jahren die Entscheidung mitgetragen. "Ergo müssten wir alle bestraft werden und nicht Riesebeck allein", wundert sich Sigg über die Meinung der Justiz. Was freilich nicht bedeutet, dass sich Sigg schuldig fühlt. Man habe korrekt gehandelt. »Kommentar Seite 29

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