Dillingen Wer sich auf den Jakobsweg begibt, hat normalerweise eine lange Reise vor sich. Auf der WIR passt dieser Weg in eine Halle. Der Besucher erhält, wie jeder echte Jakobspilger auch, einen Pilgerpass. An jedem Stand in Halle J kann man sich einen Stempel abholen, um am Ende nach acht Stationen die Compostela-Pilgerurkunde zu erhalten.
"Da unsere Halle 'Biblische Pflanzen' vor ein paar Jahren so ein großer Erfolg war, wollten wir die Themen Bibel und Pflanzen noch einmal aufgreifen. Auch ist der Jakobsweg ja gerade sehr aktuell", erläutert Silvia Schmid, Pressereferentin der Josef Werner Schmid GmbH. Zudem sei 2010 ein heiliges Jahr, da der Jakobstag, der 25. Juli, auf einen Sonntag falle.
Gleich am Eingang der Halle informiert Georg Achatz vom Bayerischen Pilgerbüro die Besucher über aktuelle Angebote: "Neu im Programm haben wir unter anderem Reisen mit ärztlicher Begleitung oder Urlaub im Kloster." Hier gibt es den ersten Stempel im Pilgerpass. Der Nächste folgt gleich am Stand nebenan bei Pauline Mayerle. Bei ihr werden neben dem heiligen Jakobus als Kette oder geschnitzte Figur viele weitere religiöse Artikel verkauft.
Um Kunst geht es auch bei Barbara Mahler. Hier können die jungen Besucher der WIR jeden Nachmittag ab 14 Uhr malen und sich kreativ betätigen. Bei Intersport Kraus findet der Pilger alles, was man an Ausrüstung zum Wandern braucht. Schreibwaren Roch aus Höchstädt bietet neben Pilgerreiseführern auch Bildbände und Geschenkbücher an. Nachdem der Stempel in den Pilgerpass gedruckt wurde, geht es weiter zum liebevoll gestalteten Miniaturjakobsweg, dem Herzstück der Halle. Ein kleiner Trampelpfad, den Pflanzen des Mittelmeerraumes säumen, zeigt die Vielfalt des Jakobsweges. Irmgard Herian hat bei der Gestaltung mitgewirkt. "Die Verwendung von verschiedenen Materialien auf dem Boden soll zeigen, wie unterschiedlich der Jakobsweg aussehen kann. Mal läuft man durch den Wald, über Feldwege, an Olivenhainen vorbei oder durch weite, offene Ebenen."
Nach dieser Wanderung hat sich der WIR-Pilger eine Stärkung verdient. Den nächsten Stempel gibt es bei der Bodega Peral aus Ulm. Hier kann man Weine, die entlang des spanischen Jakobsweges angebaut werden, und weitere südländische Spezialitäten genießen. Dabei hat man immer das Ziel eines jeden Jakobspilgers vor Augen: Die Kathedrale von Santiago de Compostela. Ein großes Bild dieses Wahrzeichens wurde von Barbara Mahler aus Unterthürheim gestaltet und ziert nun den WIR-Jakobsweg. Gleich daneben liegt die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Pilgerherberge. Josef Heirich vom Jakobus Pilgerverein Augsburg zeigt dort Dias seiner Reisen. "Unser Verein übernachtet auf Pilgerfahrten vor allem in Herbergen. Das Schöne daran ist, dass man viele Menschen unterschiedlicher Nationalitäten wie Franzosen, Spanier oder Italiener treffen kann." Heirich ist im Jahr 2006 von Königsbrunn nach Santiago de Compostela gepilgert. "Das waren etwa 2600 Kilometer."
Neben der Pilgerherberge verkauft der Historische Bürgerverein Staufen zugunsten der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, den original Staufener Pilgerkuchen. Ein Stück der sogenannten Tarta de Santiago, ein Mandelkuchen, kostet einen Euro.
Der nächste Stempel kommt aus Giengen. Adolf Enderlin informiert die Besucher über das Jakobswegle. Im Maßstab 1:1000 kann man die Strecke von Giengen nach Santiago de Compostela auf 2,5 Kilometern bewältigen. Der Weg führt rund um den Kagberg bei Giengen-Hürben und stellt auf Schautafeln die einzelnen Stationen des Jakobsweges dar.
Beim Klosterlädle der Dillinger Franziskanerinnen am Stand gegenüber gibt es neben Rosenkränzen, Kreuzen und Muscheln auch einen weiteren Stempel im Pilgerpass. Eine Stadt, die an zwei Jakobswegen liegt, ist Oettingen. Auch hier kann man seinen Pilgerpass weiter vervollständigen. "In Oettingen kreuzen sich der Jakobus-Pilgerweg in Bayerisch-Schwaben und der fränkische Jakobus-Pilgerweg", erklärt Barbara Binder von der dortigen Touristeninformation.
Urkunde beim Historischen Bürgerverein Staufen
Den letzten Stempel im Pass vergibt Kurt Unglert vom Verein "Pilger vom Weg nach Santiago de Compostela" aus Donauwörth. Gerne informiert er interessierte Besucher über nationale und internationale Pilgerwanderungen. Mit einem vollen Pass geht es nun zurück zum Stand des historischen Bürgervereins Staufen. Hier gibt es nun die Compostela-Pilgerurkunde, die vom Regionaldekan der Diözesanregion Donau-Ries, Gottfried Fellner, unterzeichnet ist. Wie auf dem echten Jakobsweg kann man in Halle J viel Neues erfahren und zudem eine (fast) echte Pilgerurkunde mit nach Hause nehmen.
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