Dienstag, 24. Oktober 2017

13. August 2017 08:05 Uhr

Dillingen

Rathausbrand in Dillingen: "Die Segafredo-Familie ist zerstört"

Nach dem Brand des Dillinger Rathauses steht die Familie Pennacchia, die das Café im Erdgeschoss betrieb, vor dem Nichts. Erst einmal geht es darum, den Schock zu verarbeiten.

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Es riecht nach Brand und es schimmelt: Die Familie Pennacchia konnte nur mit Mundschutz in dem zerstörten Café aufräumen.
Foto: Valentina Pennacchia

Erminio Pennacchia ist immer noch fassungslos, seine Frau Christina ringt mit den Tränen. Durch den Brand des Dillinger Rathauses vor zweieinhalb Wochen ist das Leben der Familie völlig aus den Fugen geraten. Erminio Pennacchia geht durch die Räume des Cafés Segafredo-Espresso, das im Erdgeschoss des 500 Jahre alten Rathauses untergebracht ist. Oder besser war, denn nichts erinnert mehr an die fröhlichen Stunden und die Gäste, die dort noch bis zu jenem 26. Juli gut gelaunt ihren Cappuccino geschlürft oder ein Eis gegessen haben. Dutzende Trocknungsgeräte stehen jetzt dort. Das Löschwasser hat im alten Rathaus seine Spuren hinterlassen. Schimmel breitet sich an den Decken aus. Und es riecht immer noch unerträglich nach Brand.

Brand in Dillingen: Etwa 20 Gäste waren am Abend im Café

Etwa 20 Gäste hatten sich an diesem schicksalhaften Mittwochabend gegen 19 Uhr im Café aufgehalten. „Auf einmal kamen Leute rein und sagten, dass es oben raucht“, berichtet Erminio Pennacchia. Die Besucher und die Mitarbeiter gingen ins Freie. „Nach zwei Minuten schlugen Stichflammen aus dem Gebäude“, sagt der Segafredo-Betreiber. Mit dem Feuer wurde auch der Lebensinhalt der Familie vernichtet. Christina Pennacchia sagt: „Wir haben dort viel gelacht, geweint und gefeiert.“ Nahezu 20 Jahre lang habe sich alles um das Café gedreht – von morgens um 6.30 Uhr bis in die Nacht hinein. „Und jetzt ist die Segafredo-Familie zerstört“, klagt Christina Pennacchia und ringt um Fassung.

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Alles sei kaputt. Stühle, Tische, Maschinen. Am 20. Dezember hätten die Pennacchias mit ihren Beschäftigten und den Gästen das 20-jährige Bestehen feiern wollen. „Nach dem Brand mussten wir nun unseren 13 Mitarbeitern kündigen“, sagt Christina Pennacchia und kämpft erneut mit den Tränen. „Das tut so weh.“ Denn die Mitarbeiter seien im Laufe der Jahre zu Freunden geworden.

Viele Gäste vermissen bereits jetzt das Café sehr und haben der Familie Pennacchia ihr Mitgefühl ausgedrückt. In ganz Deutschland gebe es nur gut 85 Franchise-Unternehmen von Segafredo-Espresso, sagt Erminio Pennacchia. Und in der Dillinger Königstraße war das Café eine Institution. Auch viele Radtouristen suchten zielsicher das Segafredo an der Kreuzung zwischen Schloss- und Königstraße auf. Nun gibt es diesen beliebten Treffpunkt im Dillinger Rathaus nicht mehr. Auch Valentina Pennacchia, die Tochter des 50-Jährigen, hat der Großbrand sichtlich mitgenommen. Sie verbringt gerade viel Zeit mit ihren Eltern, die mit ihrem Zwangsurlaub nichts anfangen können. „Wir haben schlaflose Nächte und wissen nicht, wie es weitergehen soll“, sagt der Segafredo-Betreiber. Wann und wie viel die Brandversicherung bezahlen wird, stehe noch nicht fest.

"Das Ganze muss sich erst einmal setzen"

Franz Schwaiger, der Chef von Segafredo Deutschland, war der Erste, der sich nach der Brandkatastrophe bei den Pennacchias gemeldet hat. „Er hat uns Hilfe zugesichert“, sagt Erminio Pennacchia. Ebenso Oberbürgermeister Frank Kunz, der sich sofort erkundigt und der Familie seine Hilfe angeboten habe.

Frank Kunz teilt mit, dass er in ständigem Kontakt mit Erminio Pennacchia und seiner Familie stehe. „Ich habe ihm zugesagt, dass wir gern gemeinsam eine Lösung finden werden.“ Eine Überlegung besteht nach Informationen unserer Redaktion darin, dass vielleicht ein Provisorium eingerichtet werden kann. Erminio Pennacchia kommen diese Gedankenspiele noch zu früh. Es gehe nun darum, den Schock zu verarbeiten. Der Segafredo-Betreiber sagt: „Das Ganze muss sich erst einmal setzen.“ In ein paar Wochen werde sich sagen lassen, ob und wie es weitergehen kann.

Lesen Sie auch: Hier berichten Augenzeugen, wie sie das Feuer erlebt haben.

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Dillingen | Deutschland | Frank Kunz

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Ein Artikel von
Berthold Veh

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