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20. Juni 2008 19:50 Uhr

Seit 50 Jahren berufen

Der 22. Juni 1958 war auch ein Sonntag. Es war ein warmer Tag, die Sonne hat geschienen und die Kommunisten erlaubten eine große Feier vor dem Kirchplatz. Daran erinnert sich Pater Eugen, als ob es heute wäre. "Genau um 13 Uhr hat mir der Bischof seine Hände aufgelegt und mich zum Priester geweiht", erzählt er. In ihm brodelte es. "In dem Augenblick habe ich zum Heiligen Geist gebetet. ¿Gib mir Mut', habe ich mir gewünscht", sagt der Pole.

Mit 17 Jahren, noch vor dem Abitur, träumt Eugen Delikat von Maria. Ein einschneidendes Erlebnis. "Damals wusste ich, dass ich für diesen Dienst berufen bin", sagt er.

Seither fühlt er sich mit der Heiligen Mutter verbunden. Pater Eugen: "Sie ist meine Kraft. Sie ist die Leiterin meines geistlichen Lebens." Mit ihrer Kraft hat er viele turbulente Jahre durchgestanden. In Kulm geboren, beginnt Eugen Delikat in Warschau sein Theologie-Studium. "Dort wurden wir von den Kommunisten nach Allenstein verschleppt. Ich studierte dann an der Katholischen Universität in Wloclawek. Das wurde geduldet", so der 77-Jährige. Dort besuchte er das Priesterseminar, dort wurde er vor genau 50 Jahren zum Priester geweiht.

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Er ist Ordenspriester der Kongregation der Marianer von der Unbefleckten Empfängnis der seeligen Maria, er ist viel als Jugendseelsorger tätig und unterrichtet Schüler in Religion. "Die Jugendliche hatten damals weltanschauliche und politische Probleme. Es gab keine Freiheit", erinnert er sich. Das sei ein grundlegender Unterschied zu den heutigen Sorgen und Nöten. Pater Eugen: "Heute ist jeder frei, vieles ist einem deshalb gleichgültig geworden. Viele Menschen kommen deshalb wieder in die Kirche. Sie suchen nach dem Sinn des Lebens."

Er hat ihn in seinem Ordensleben gefunden. Von 1987 bis 1993 geht er als Vize-General des Ordens nach Rom. Dort trifft er auch Papst Johannes Paul II.. "Ich habe ihn außergewöhnlich hoch geschätzt. Er war eine große Persönlichkeit", sagt er. Mit ihm feierte er eine ganz besondere Messe, wie er es ausdrückt. Am 30. April 2001 durfte er gemeinsam mit einem weiteren Priester und dem Papst eine Messe in dessen Privatkapelle abhalten.

"Wir haben mein 50-jähriges Gelübde gefeiert", sagt er. Jetzt feiert er sein 50-jähriges Priesterjubiläum und er will weiter machen. "Ich könnte in den Ruhestand gehen, aber ich will arbeiten. Für mich ist dieser Dienst eine Berufung, da kann ich nicht einfach aufhören", so Pater Eugen.

1995 kam er das erste Mal nach Deutschland. Seit vier Jahren ist er in der Pfarrgemeinde Bächingen-Medlingen beschäftigt. Teilweise lebt er in Polen, teilweise wohnt er im Kloster in Obermedlingen.

Was er sich wünscht? Gesundheit, damit er noch lange Messen halten und Beichten abnehmen kann. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das erreichen werde, was ich in meinem Leben erreicht habe. Meine Dankbarkeit ist groß. Das sage ich vor Gott in Demut", so Pater Eugen.

Pater Eugen begeht am Sonntag, 22. Juni sein 50-jähriges sowie Pater Darius sein 20-jähriges Priesterjubiläum. Aus diesem Anlass findet um 18 Uhr ein Dankgottesdienst in der Stiftskirche in Obermedlingen statt.

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