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20. Juli 2010 18:30 Uhr

Uhl geht den ersten Schritt in Richtung Gerichtsverfahren

Wittislingen Der Streit um die bei Wittislingen geplanten Windräder geht weiter. Das Unternehmen Uhl hat jetzt seine Widerspruchsmöglichkeit gegen einen Bescheid des Landratsamtes genutzt. Darin hatte das Amt den Bau der Anlagen abgelehnt (wir berichteten). Beim Verwaltungsgericht Augsburg sei eine Klage des Unternehmens eingegangen, so Christa Marx, Leiterin der Bau- und Umweltabteilung am Landratsamt.

Damit hat die Firma die entsprechende Frist eingehalten. Dr. Karl-Heinz Linke von Uhl sagt allerdings: "Ob wir das Verfahren durchziehen, wird sich noch zeigen." Wann diese Entscheidung falle, könne er noch nicht absehen. Denn zunächst will das Unternehmen den Fall noch einmal genau untersuchen - und das kann etliche Wochen dauern. Die artenschutzrechtliche Prüfung, die Uhl in Auftrag gegeben hatte, sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es durch die Windräder keine erheblichen Beeinträchtigungen für die Vögel geben werde, so Linke.

Genau das Gegenteil hatte die Regierung von Schwaben in ihrer Stellungnahme mitgeteilt. Konkret befürchteten die Experten, dass bedrohte Tiere wie beispielsweise der Rotmilan, der Uhu oder der Baumfalke von den Rotoren getötet werden könnten. Zudem bestehe für manche Vögel ein "nicht zu umgehendes Störungsrisiko". Daraufhin hatte das Landratsamt den Bauantrag von Uhl abgelehnt. Jetzt sieht es sich in der Rolle des Beklagten wieder. Denn Uhl hat zwar gegen den Freistaat geklagt - doch der wird im Verfahren vom staatlichen Landratsamt Dillingen vertreten. Christa Marx sagt, zunächst werde es wohl einen ausführlichen Schriftwechsel geben. Wann es zu einer mündlichen Verhandlung am Verwaltungsgericht Augsburg kommen könnte, sei derzeit nicht abzusehen.

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Carolin Ehnle-Sharma sagt: "Ich bin persönlich entsetzt." Die Sprecherin der "Bürgerinitiative für den Erhalt der Lebensqualität in Wittislingen" hatte mit ihren Mitstreitern gegen den Bau der Windräder gekämpft. Und mit der Ablehnung des Landratsamtes atmete sie auf. "Ich habe gedacht, wir wären das Thema los." Dass Uhl klagen könnte, hatte Ehnle-Sharma zwar immer im Hinterkopf. Doch da ein jahrelanges Verfahren drohe, sei sie davon ausgegangen, dass es nicht so weit kommen werde. Jetzt will sie erst einmal recherchieren, was die Bürgerinitiative nun tun kann. "Ich bin im Moment geschockt."

Wittislingens Bürgermeister Roland Hörl war stets ein Befürworter für den Bau der Anlagen. Und das ist er auch geblieben: "Ich habe an anderer Stelle gesehen: Windräder haben sich bewährt." Der Bürgermeister gibt Uhl gute Chancen, Recht zu bekommen. Er verweist auf ein Urteil aus Heilbronn: "Da hat das Gericht den Regionalplan zerrissen." Auch den Vorschlag einer Gemeinderätin, den Pachtvertrag der Gemeinde mit Uhl zu kündigen, habe er mit Blick auf mögliche Regressforderungen abgelehnt, sagt Hörl.

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