Bei 18,3 Prozent der Straftaten in Nordschwaben sind Betrunkene beteiligt. Extreme Ausmaße nimmt es im Kreis nicht an

Von Yvonne Salvamoser
Dillingen „Gäbe es den Alkohol nicht, hätten wir weniger Probleme“, bringt es der Dillinger Polizeisprecher Manfred Thiel mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. Im Jahr 2011 standen in Nordschwaben 18,3 Prozent der Tatverdächtigen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Gerade wenn es um Körperverletzung geht, ist der Anteil der betrunkenen Tatverdächtigen besonders hoch. Wie aus dem Sicherheitsreport 2011 des Polizeipräsidiums Schwaben Nord hervorgeht, waren bei derartigen Delikten über 40 Prozent der Tatverdächtigen alkoholisiert. Detaillierte Zahlen für den Landkreis Dillingen gibt es nicht. Trotzdem stellt Thiel fest, dass Alkohol gerade bei Körperverletzung und in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt oft eine Rolle spielt.
„Alkohol enthemmt“, erklärt Thiel. Die Täter agierten unberechenbarer. „Sie entwickeln Kräfte, die man nicht ahnen kann.“ Erst Ende April berichtete die Polizei Dillingen von einem völlig betrunkenen Mann aus Lauingen, der seine Frau und seinen Sohn massiv bedrohte. Er verletzte eine Polizistin und zerriss mehrere Uniformteile. Nur mit Mühe konnten die zwei Polizeistreifen den 49-Jährigen trotz Einsatz von Pfefferspray aus der Wohnung bringen.
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