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12. August 2009 18:45 Uhr

Vergleichende Betrachtung als künstlerischer Auftrag

Dillingen Jetzt ist der Orgelsommer bei den Zuhörern so richtig angekommen. Nach der Startphase im Juli/August 2007, dem erhöhten Zuspruch im Jahr darauf, "pilgerten" Musikästheten und die Zaungäste 2009 in großer Anzahl samstagvormittags in die Basilika. Anfang- und Schlussmatinee bestritt der künstlerische Leiter und Organisator Axel Flierl selbst; für die sechs anderen Konzerte lud er hochkarätige Könner an der Königin der Instrumente ein. Diese hatten in ihren variablen Programmen vor allem dem 200. Geburtsjahr Felix Mendelssohn-Bartholdys gedacht (Gereon Krahforst, Hans-Eberhard Roß, Jörg Josef Schwab) und der französischen Komponisten vom Übergang des 19. ins 20. Jahrhundert gehuldigt. Von Gernot Walter

Auch weniger geläufige Namen

Neben César Franck, Charles-Marie Widor, Louis Vierne, Eugène Gigout waren mit Jeanne Demissieux und Guy Roparzt weniger geläufige Namen darunter. Ihnen fühlte sich vor allem der Schweizer Jean-Christophe Geiser verpflichtet, während Balász Perneczky aus Ungarn mit Franz Liszt-Werken aufhorchen ließ.

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Der Münsterorganist Markus Karas aus Bonn blieb der deutschen Orgeltradition mit J. B. Bach, Max Reger und Werner Hessenberg treu. Als einziger stellte der Dillinger Basilikaorganist Axel Flierl seine Dreiviertelstunden unter ein Motto. Waren es beim Orgelsommerauftakt die Transkriptionen für Orgel von Wagner-Opern-Melodien, so beleuchtete er bei der letzten Matinee den Zusammenhang von Chorälen aus dem Orgelbüchlein J. S. Bachs und den Nachschöpfungen von Maurice Duruflé (1902-1986). Beide Komponisten kamen mit je einem Hauptwerk zusätzlich zu Wort.

Welche Wertschätzung sich Axel Flierl durch sein meisterliches Spiel inzwischen erworben hat, zeigten nahezu 200 Zuhörer, der beste Besuch aller Orgelmatineen. Sie konstatierten diesmal eine Ernsthaftigkeit, die sich ganz in den Dienst der Kompositionen stellte. Axel Flierl erschloss den Zuhörern die tiefe Empfindungswelt der Bach'schen Choräle und offenbarte die feinnervige, genaue Art von Maurice Duruflé, der sich mit Respekt dem Vorbild Bachs annähert und seinem eigenen Duktus unterwirft. Man spürte, dass es Flierl nicht auf Außenwirkung ankam. Selbst die Vielfalt der Kontraste in der berühmten d-Moll Toccata von J. S. Bach (BWV 565) erklangen in zurückhaltender Offenheit, die Rücknahme der Dynamik förderte die Durchsichtigkeit in dem Fugenaufbau. Das galt auch für Duruflés Hauptwerk, dem Prélude aus der Suite Nr. 5 (1933).

Hier arbeitete Flierl schlüssig die Themen heraus, die sich um einen mysteriösen Einzelton gruppieren. Vor allem das düstere, absteigende Thema im 5/4-Takt, das auch im zweiten Teil des Werks erklingt, nachdem im ersten ein gewaltiges orchestrales Crescendo zu Ende gegangen ist.

Harmonisch im Aufbau und weniger impressionistisch die Fuge über den Stundenschlag der Kathedrale in Soissons und das Präludium zum Eingang am Fest Epiphanie. Diese Werke Duruflés erhoben sich unter Flierls überzeugendem Orgelspiel zu innerer Größe.

Anerkennender, lang anhaltender Beifall für Axel Flierls 3. Orgelsommer.

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