Dienstag, 21. November 2017

10. April 2008 19:45 Uhr

Wertinger Klinik: Kaufangebot liegt auf dem Tisch

Die Nachricht schlug gestern Mittag hohe Wellen: Der Förderverein will das Wertinger Krankenhaus vom Landkreis Dillingen übernehmen - "so schnell wie möglich". Bürgermeister Willy Lehmeier, Dieter Romakowski, Bruno Hempel und Hermann Buhl begründen ihren ungewöhnlichen Schritt. Von Bärbel Schoen

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Von Bärbel Schoen

Wertingen/Dillingen. Die Nachricht schlug gestern Mittag hohe Wellen: Der Förderverein will das Wertinger Krankenhaus vom Landkreis Dillingen übernehmen - "so schnell wie möglich". Bürgermeister Willy Lehmeier, Dieter Romakowski, Bruno Hempel und Hermann Buhl begründen ihren ungewöhnlichen Schritt: Nach der überwältigenden Großdemonstration am vergangenen Samstag und den daraus resultierenden Reaktionen und Kommentaren sei den Protagonisten klargeworden, dass eine neue Trägerschaft die beste Lösung darstelle, das Wertinger Krankenhaus in eine gute Zukunft zu führen.

Ging es bisher nur um die Rettung der Geburtshilfestation, steht nun ein ganzes Krankenhauses zur Debatte. "Wir wissen, was wir tun", kommt Romakowski der Frage zuvor, ob die Aktion nicht eine Schuhnummer zu groß sei. Bürgermeister Willy Lehmeier, Mitglied im Förderverein "Freunde des Krankenhauses", ist sich ebenfalls sicher: "Es funktioniert." Vor allem, wenn man drei erfolgreiche Unternehmer an der Seite habe.

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Für große Überraschung sorgte die angekündigte Privatisierung im Krankenhaus selbst. Ottilie Probst, die Betriebsratsvorsitzende, musste im ersten Moment lachen: "Nein, damit habe ich absolut nicht gerechnet. Ich bin platt." Nach einer Schrecksekunde meinte sie dann: "Ich halte das für einen mutigen Schritt. Wir haben es offenbar mit sehr, sehr engagierten Menschen zu tun." Dieses Wissen verbreite ein sehr gutes Gefühl. Schließlich sei durch die vergangenen Strukturmaßnahmen beim Personal der Eindruck entstanden, nur ein Klotz am Dillinger Bein zu sein. "Das wird dort einschlagen wie eine Bombe", glaubt die Betriebsratsvorsitzende.

Auch der Chefarzt der Inneren Station am Wertinger Krankenhaus, Dr. Rüdiger Kühl, reagierte positiv auf die Nachricht: "Fabelhaft. Das ist die Rettung. Wir schaffen das." Mit dem neuen Träger werde sich Aufbruchstimmung im Haus breit machen und neue Energien freisetzen. "Jetzt wird in die Hände gespuckt." Etwas vorsichtiger äußert sich Chefarzt der Chirurgie, Dr. Wolfgang Streifinger: "Eine neue, mutige Idee. Ob sie sich durchsetzen wird, muss abgewartet werden." Die Führung eines Krankenhauses sei nicht ganz leicht.

"Der Beschluss (...) unterstreicht den in den letzten Tagen deutlich gewordenen Stellenwert und die Wertschätzung des Wertinger Hauses für das Zusamtal", sagt Landrat Leo Schrell in einer ersten Stellungnahme. Mit Respekt und Anerkennung habe er registriert, "dass der Förderverein und seine zahlreichen Mitglieder bereit sind, in die Verantwortung für die stationäre Versorgung des Zusamtales einzutreten". Leo Schrell weiter: "In den letzten Wochen habe ich immer wieder erklärt, dass ich für alle Lösungen offen bin. Wichtig ist die Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses und dessen Erhalt für die Menschen in der Region. Das war stets mein Ziel und dabei bleibt es."

Als Absichtserklärung fände Kreisrat Dr. Georg Barfuß die Sache okay. Das Vorgehen halte er aber für amateurhaft. Diese "kalte Privatisierung" (ohne mit jemandem gesprochen zu haben) müsse erst im Krankenhaus-Bedarfsplan abgesichert werden. Informationen sollen zunächst Landrat Leo Schrell und der Kreistag erhalten. Dann gelte es, die Bedingungen für die Übernahme auszuhandeln, beispielsweise, wer die Defizite bis 2009 übernimmt. Der Förderkreis wäre bereit, das Wertinger Krankenhaus für den symbolischen Wert von einem Euro zu übernehmen.

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