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19. Oktober 2010 19:10 Uhr

Windkraft: Kritik an Ablehnung

Wittislingen Die Bundesregierung hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2050 sollen die erneuerbaren Energien 80 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland leisten. Der Energieverein Sonnenkraft begrüßt dieses Ziel. "Wir werden", so Vorsitzender Reinhold Sing, "die Bundesregierung unterstützen, wo immer wir können." Berlin brauche die Mithilfe großer Teile der deutschen Gesellschaft, so eine Pressemitteilung des Vereins.

Bei diesem Punkt der Mithilfe tauchten jedoch in der Praxis die ersten Hindernisse auf, heißt es in dem Text weiter. So habe es das Bemühen gegeben, an vier Standorten im Landkreis Windkraftanlagen zu errichten. Einer davon war der Bereich westlich von Wittislingen.

Der eingereichte Bauantrag für drei Anlagen wurde jedoch abgelehnt. Nun mehren sich beim Energieverein die Nachfragen, so die Pressemitteilung. Die Leute, so Heinz Gundelfinger, würden eine nähere Begründung für die Ablehnung wissen wollen. Im Bescheid seien ausschließlich artenschutzfachliche Gründe genannt.

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Wanderfalken und Uhus

Im Klartext heiße dies, dass es in Teilen des Wittislinger Waldes und im Umfeld des Waldes Vogelarten gebe oder geben solle, die durch die Windkraftanlagen gefährdet werden könnten. Es handle sich dabei um Wanderfalken, Baumfalken, Uhus, Rot- und Schwarzmilane, Seeadler und Wespenbussarde. Weiterhin könnten Weiß- und Schwarzstörche gefährdet sein, bei Fledermäusen dagegen sei dies nicht oder ganz selten der Fall.

Im Bescheid komme auf der anderen Seite deutlich zum Ausdruck, dass Lärm, Schattenwurf, Infraschall, Gesundheitsgefahren oder die Beeinträchtigung der Landschaft keine Ablehnungsgründe wären, so der Energieverein. Wäre es zum Bau der Anlagen gekommen, so würden die drei Anlagen vom westlichsten Ortsrand Wittislingens 1,005, 1,601 und 1,740 Kilometer entfernt liegen.

Auch der Beutenstetter Hof hätte laut Bescheid keine nachteiligen Auswirkungen zu befürchten, weder für den Hof selber noch für die dortige Hähnchenmast. Unabhängig von diesem Einzelfall stellt sich für den Energieverein die Frage, wie schrittweise mit Unterstützung der Bevölkerung dieses richtige Ziel der 80-prozentigen Versorgung erreicht werden könne. (pm)

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