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31. Dezember 2011 12:08 Uhr

Motorsport

Ein (fast) kompletter Buggy fährt im Service-Lkw mit

„Nothelfer“ Behringer gibt am Steuer des Racetrucks Gas Von Sebastian Klein

Die Rallye Dakar ist für Mensch und Maschine eine große Herausforderung. In Sachen Logistik bringt sie die Teams auch 2012 wieder an ihre Grenzen, schließlich muss das ganze Equipment für die zweiwöchige Wüstenrallye (1. bis 15. Januar) in den Servicetrucks verstaut werden. Das HS Rallyeteam beispielsweise reiste mit einem normalen Service-Lkw sowie mit einem „Fast Assistance“-Racetruck nach Südamerika. Letzterer wird vom Lutzinger Mathias Behringer im Wettbewerb gefahren (DZberichtete) und dient als Notfallhelfer auf den Wertungsprüfungen.

Das HS Rallyeteam gibt exklusive Einblicke in seine Ersatzteilkisten. 60 Reifen, zahlreiche Stoßdämpfer, komplette Getriebe und sperrige Windschutzscheiben – selbst bei den werksunabhängigen Teams gibt es kaum ein Bauteil, welches nicht als Reserve mitgeführt wird, wenn die Servicetrucks zur Rallye Dakar aufbrechen. „Wir führen einen kompletten Buggy in Einzelteilen mit“, erklärt Philippe Gache, Teamchef des HS Rallyeteams und Konstrukteur des SMG-Buggy, mit dem Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann bei der zurückliegenden Dakar den Klassensieg holten. „Damit sind wir für alle Fälle gerüstet. ‚Verschleißteile’ wie Stoßdämpfer oder Antriebswellen haben wir natürlich mehrfach im Gepäck. Nur ein Teil fehlt in der Liste, und das ist ein zweiter Motor.“ Der Verzicht auf ein Reservetriebwerk hat einen guten Grund: Der Motor wird bei der technischen Abnahme vor dem Start verplombt und darf während der Rallye nicht ausgetauscht werden. Er würde also nur Platz wegnehmen, und der ist bei einer zweiwöchigen Wüstenrallye gerade bei den werksunabhängigen Teams knapp bemessen.

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Erweitertes Ersatzteillager

Während der normale Service-Lkw als erweitertes Teilelager dient, führt Mathias Behringers Racetruck alle „lebenswichtigen“ Reservekomponenten und Geräte mit, die für einen Reparaturstopp in der Atacama-Wüste benötigt werden. Dazu zählen Kupplung, Radträger, Stoßdämpfer und Antriebswellen ebenso wie ein Schweißgerät, ein Notstromaggregat und natürlich das unverzichtbare Abschleppseil, auf das im äußersten Notfall zurückgegriffen wird. Im SMG-Buggy von Kahle/Schünemann finden derweil keinerlei Ersatzteile Platz. „Unser Buggy ist so knapp dimensioniert, dass gerade einmal zwei Ersatzreifen ins Heck geladen werden können“, verrät Gache. „Dazu kommt eine kleine Werkzeugtasche. Das ist alles.“

Für Copilot Thomas Schünemann führt der Mangel an Ersatzteilen direkt zu einer Änderung der Fahrstrategie. „Wir müssen die Gefahr eines technischen Defekts reduzieren und können daher nicht mehrere tausend Kilometer mit vollem Risiko fahren“, so der Initiator des Dakar-Projekts. „Wenn wir Einzelteile im Rennen wechseln müssen, sind schnell auch Zeitverluste von mehreren Stunden die Folge. Und verlorene Zeit lässt sich nicht wieder aufholen. Bei Marathonrallyes sollte der klare Kopf entscheiden. Es ist zwar gut, den Servicetruck sowie Fast-Assistance-Truck hinter sich zu wissen, besser ist es jedoch, deren Hilfe gar nicht in Anspruch nehmen zu müssen.“

Bei uns im Internet:

Über seine Erlebnisse als Truck-Pilot bei der Rallye Dakar 2012 berichtet der Lutzinger Mathias Behringer ab dem Start in einem Internet-Tagebuch. Direkt zum Blog geht es dann unter

www.donau-zeitung.de/dakar

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