Die Zeitungsente besucht das Tierheim. Schnupfen macht auch den Tieren zu schaffen



Bäumenheim-Hamlar Paula mag Katzen und Hunde – das ist eigentlich untypisch für Enten. Aber da Paula Print eine rasende Reporter-Ente ist, hat sie eine Art Sonderstellung und kommt mit fast allen gut aus. Wie geht es all den Hunden und Katzen im Tierheim, hat sich die Zeitungsente kürzlich gefragt – und ist sofort losgestartet ins Tierheim in Hamlar. Die „Mutter“ aller Tiere dort ist die Tierheimleiterin Sonja Hoffmeister. Sie wohnt sogar dort und hat praktisch nie Urlaub. „Die Tiere brauchen immer Futter und Pflege“, sagt sie. Im Moment sorgt sie sich vor allem um die Katzen: Eine richtige „Katzenschwemme“ hat das Tierheim überrollt: 160 miauende Vierbeiner leben in Hamlar, von Babykatzen über junge und erwachsenene Katzen bis hin zu Katzenopas und -omas. Sie alle zu füttern und vor allem gesund zu halten, kostet viel Geld. Woher all die Katzen kommen, will Paula wissen. „Die meisten werden um die Bauernhöfe geboren, aber keiner kümmert sich um sie“, erklärt Frau Hoffmeister. Dann werden sie im Tierheim abgeliefert – in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Die meisten sind mit dem hochansteckenden Katzenschnupfen infiziert. Das sieht man an den arg verklebten Augen. Wenn das nicht behandelt wird, kann das Tier sogar blind werden.
Katzen werden aufgepäppelt
Im Tierheim behandelt die Samtpfoten aber der Tierarzt. Sie werden geimpft, entwurmt und kastriert. Oft sind sie über drei Monate lang im Tierheim. Das verursacht Kosten von mehreren Hundert Euro pro Tier, finanziert aus Beiträgen und Spenden. Besser wäre es doch dann für alle, überlegt Paula laut, wenn es gar nicht erst so viele Katzenkinder geben würde – um die sich ja eh niemand kümmert. Sofort stimmt ihr die Tierheimleiterin zu, „aber das Problem ist, dass zu wenige Leute die Katzen kastrieren, weil das Geld kostet“. Kastrieren bedeutet einen medizinischen Eingriff, nach dem die Katzen keine Jungen mehr zeugen können.
Im Tierheim gibt es auch Tiere, die eine kleine Behinderung haben und vielleicht nicht mehr so hübsch aussehen. „Genau solchen Tieren sollte man eine Chance geben, sie brauchen Zuneigung“, sagt Frau Hoffmeister. Sie geht mit gutem Beispiel voran: Sie hat vier Hunde, von denen es jedem an etwas fehlt oder gefehlt hat. Sie seien genauso liebenswert wie jeder andere Hund. „Könnte ich ein Tier aufnehmen, würde ich diese fast blinde Katze nehmen“, sagt Paula und zeigt auf eine, deren Augen durch den Schnupfen geschädigt sind. Sie kann sich trotzdem gut orientieren und ist eine ganz Hübsche, findet Paula.
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