Dienstag, 25. Juli 2017

11. November 2016 10:00 Uhr

Umwelt

An einem Strang gegen Plagegeister

Gemeindevertreter – unter anderem aus Marxheim und Niederschönfeld – überlegen, wie nächsten Sommer an der Donau eine Schnakenplage vermieden werden kann Von Manfred Dittenhofer

i

In Rennertshofen berieten Gemeindevertreter über Strategien, sich gegen eine Schnakenplage im nächsten Sommer zu wappnen.

Von Manfred Dittenhofer

Donauwörth/ Rennertshofen Für heuer hat die Stechmücke ausgebrummt. Doch auch wenn der Winter vor der Tür steht, beschäftigt das Insekt einige Gemeinden weiter. Bürgermeister und Vertreter aus Burgheim, Oberhausen, Marxheim, Niederschönenfeld und Neuburg trafen sich deshalb in Rennertshofen. Sie lauschten einem Experten, der berichtete, was gegen Mückenplagen andernorts unternommen wird. Dr. Norbert Becker war vom Rhein an die Donau gekommen und stellte das Programm vor, das von Basel bis Frankfurt seit 40 Jahren praktiziert wird.

ANZEIGE

Becker ist Biologe und wissenschaftlicher Direktor der K.A.B.S. Diese Abkürzung steht für „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.“ und mittlerweile sind nicht nur Kommunen entlang des Rheins Mitglied in diesem Verein. Es gehören dort auch Landkreise und vor allem Baden-Württemberg dazu. Das Bundesland sieht sich in der Verantwortung gegen die Schnaken, die durch die Polderflutungen verstärkt auftreten. Und Polder entstehen auch entlang des Rheins.

Becker stellte vor, wie der Weg hin zu einer Bekämpfung der überhandnehmenden Mücken aussehen könnte. „Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung ist ein starker politischer Wille.“ Nur wenn alle Anlieger zusammenhelfen würden, könnten die Maßnahmen erfolgreich sein. Am Rhein werden die Mücken bereits seit 1976 bekämpft – zuerst mittels chemischer Keule. Zeitgleich mit Gründung des Aktionsbündnisses aber wurde das mückenspezifische Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) in der Negev-Wüste in Israel entdeckt. Schon bald wurde erkannt, dass dieses Sporen bildende Bakterium während seiner Entwicklung Eiweißkristalle bildet, die von Mückenlarven gefressen werden und diese abtöten. „Und nur die Mückenlarven, das ist ganz wichtig und bei langjährigen Versuchen bestätigt worden“, betonte Becker. Weder andere Insekten noch Fische oder Vögel würden von dem Bazillus angegriffen. „Zudem zeigen unsere Untersuchungen, dass all die Tiere, die sich von Mücken und deren Larven ernähren, weiterhin genügend Futter finden.“

Entlang des Oberrheins waren im Frühjahr und Sommer rund 30000 Hektar Überflutungsgebiet mit BTI behandelt. Vier Fünftel davon werden mittels Hubschrauber mit einem BTI-Eisgranulat besprüht, das sich in dem Wasser der Überschwemmungsgebiete auflöst. Der Rest, etwa 5500 Hektar, wird zu Fuß mit Rückentragespritzen begangen. Oder es wird ein BTI-Sandgranulat-Gemisch ausgebracht.

Bevor das passiert, müssen die Gemeinden ihre Hausaufgaben machen. Zuerst muss eine genaue Kartierung der Brutgebiete erfolgen. Darauf folgt die Entwicklung einer Bekämpfungsstrategie. Die potenziellen Überflutungsgebiete müssen überwacht werden. Dann braucht es Personal, das entsprechend ausgebildet sein und zu den Brutzeiten zur Verfügung stehen muss. Becker rechnet mit zwei Jahren Vorbereitungszeit, bis die eigentliche Bekämpfung beginnen kann.

Schwer abzuschätzen sind die Kosten, die auf die Gemeinden zukommen. Bürgermeister Georg Hirschbeck rechnet für Rennertshofen mit Anfangskosten von geschätzten 10000 Euro. Die laufenden Kosten seien aber nicht einmal grob zu schätzen. Im Nachhinein ärgern sich die Anlieger des Flutpolders Riedensheim über den Planfeststellungsbescheid. Darin, so Hirschbeck, sei die Rede, dass vermehrt auftretende Schnaken bei bis zu vier geplanten ökologischen Flutungen keine Auswirkungen auf die Bevölkerung haben, da die Schnaken nur in einem Umkreis von 500 Metern auftreten würden. Falsch, so Becker, denn: „Die Überschwemmungsmücken fliegen einige Kilometer weit.“ Zumindest bei der Genehmigung scheint sich eine Tür zu öffnen. Außer für Naturschutzgebiete, für die die Regierung von Oberbayern zuständig ist und auch ein Gutachten fordert, können die restlichen Flächen, darunter auch FFH-Gebiete, vom Landratsamt genehmigt werden.

i

Ihr Wetter in Donauwörth
24.07.1724.07.1725.07.1726.07.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
	                                            Wetter
	                                            Gewitter
                                                Wetter
                                                Regen
Unwetter11 C | 19 C
12 C | 17 C
12 C | 17 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Fussball-Tippspiel Donauwörth



Alle Infos zum Messenger-Dienst
Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Partnersuche