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12. März 2010 20:20 Uhr

Auf dem flachen Land ist Hilfe aus der Luft unverzichtbar

Donauwörth Wer im Donau-Ries-Kreis und im angrenzenden Mittelfranken bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt wird, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleidet, ist auf rasche medizinische Hilfe angewiesen. Weil der Weg in eine geeignete Klinik weit ist, kann der schnelle Transport in einem Rettungshubschrauber die Überlebenschance beträchtlich erhöhen. Jedoch liegt derzeit nur der östliche Teil des Landkreises im regulären Einsatzradius eines solchen Helikopters. Der ist in Ingolstadt stationiert.

Wie bereits berichtet, hat das bayerische Innenministerium eine Studie zur Verbesserung der Luftrettung in Auftrag gegeben. Ergebnis: Eine optimale Versorgung der Region wäre möglich, wenn ein Rettungshubschrauber in Donauwörth stationiert würde. Während diese Nachricht in Augsburg für heftige Turbulenzen sorgt - dortige Politiker wollen den Standort mit aller Macht in der Fuggerstadt haben -, üben sich die Verantwortlichen in Nordschwaben nach außen hin in Zurückhaltung.

Objektive Kriterien

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"Wir verhalten uns eher passiv", sagt Landrat Stefan Rößle gegenüber unserer Zeitung. Die massiven Bemühungen der Politikerkollegen aus dem Raum Augsburg kommentiert Rößle so: "Es darf keine politische Entscheidung sein. Der Hubschrauber soll dorthin, wo es von Fachleuten am notwendigsten erachtet wird, um eine optimale Versorgung sicherzustellen." Auch Georg Schmid, Landtagsabgeordneter aus Donauwörth und Vorsitzender der CSU-Fraktion im Maximilianeum, sieht dies so: "Es muss nach objektiven Kriterien entschieden werden." Es gehe darum, "in optimaler Weise Menschenleben in der gesamten Region zu retten".

Auf die heftigen Reaktionen aus Augsburg hin empfing Innenminister Joachim Herrmann in dieser Woche Landtagsabgeordnete aus der Gegend zu einem Gespräch. Herrmann sagte dem Vernehmen nach zu, nochmals alle Argumente zu prüfen.

Im zuständigen Ministerium gibt es freilich keinen Zweifel daran, dass die Defizite in der Luftrettung mit einem Helikopter in Donauwörth am besten gelöst werden können. Nach Informationen unserer Zeitung hält es die Behörde für nötig, den westlichen Donau-Ries-Kreis besser zu versorgen. In der ländlich strukturierten Region müsse öfters ein Rettungshubschrauber angefordert werden, weil Patienten auf der Straße per Sanka häufig nicht in der aus medizinischer Sicht notwendigen Zeit in ein passendes Krankenhaus gebracht werden können. So wird im Landkreis jährlich über 200-mal ein Rettungshubschrauber gerufen.

Die Stationierung eines solchen Helikopters direkt am Zentralklinikum Augsburg hält das Ministerium für nicht sinnvoll, da es Ziel sein müsse, die Transportzeiten der Verletzten oder Kranken möglichst kurz zu halten. Deshalb wäre es angebracht, den Rettungshubschrauber zu den Notfallpatienten zu bringen. In ländlich strukturierten Gegenden gebe es wenig "akutklinische Behandlungseinrichtungen". Die Krankenhaus-Dichte sei hier nicht mehr so hoch wie in früheren Jahrzehnten.

Von Augsburg aus würden das Nordries und der südliche Landkreis Ansbach bis Dinkelsbühl durch den Rettungshubschrauber nicht abgedeckt. Das von den Fuggerstädtern angeführte Argument, wonach Donauwörth auch wegen der vielen Nebeltage nicht als Standort geeignet wäre, trifft nach Ansicht der Verantwortlichen im Ministerium nicht zu. Dieses holte inzwischen eigens eine Stellungnahme des Deutschen Wetterdienstes ein. Der stellt fest, dass die Bedingungen an der Donau "nur unwesentlich schlechter" seien als in Augsburg.

In Donauwörth sieht Landrat Rößle nun gespannt einer Entscheidung entgegen: "Wir würden uns freuen, wenn der Hubschrauber zu uns käme." (wwi)

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