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10. Dezember 2008 20:15 Uhr

Beim Praxistest die eigene Großmutter begeistert

Donauwörth (mpr) - Der Erfinderclub Donauwörth feierte vor Kurzem sein zehnjähriges Jubiläum in der großen Aula des Gymnasiums Donauwörth. Im Rahmen dieser Feierlichkeit wurde unter anderem der 18-jährige Kollegiat Nikolas Beck, der seit einem Jahr Mitglied im Club ist, für eine ganz besondere Leistung geehrt - er hatte auf der Internationalen Erfindermesse iENA (Ideen-Erfindungen-Neuheiten-Ausstellung) in Nürnberg ein neuartiges Luftreinigungsgerät mit dem Namen "Photoclean" vorgestellt und für seine Präsentation von der dortigen Jury eine Medaille und Ehrenurkunde zuerkannt bekommen.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass Nikolas zusammen mit seinem Freund und Erfinderkollegen Jonas Dinger, der wie er die K 13 des Gymnasiums besucht, für vier Tage nach Nürnberg reiste, um dort an seinem eigenen Stand Messearbeit zu leisten? "Mein Vater, der die Firma triplan Umwelttechnik GmbH leitet, wurde auf einer Umweltmesse in Paris auf das Gerät eines französischen Betriebs aufmerksam", erzählt der 18-Jährige. Das Produkt stelle eine wahre Revolution auf dem Lüftungsmarkt dar: Anstatt die schlechte Luft eines geschlossenen Raumes einfach auszutauschen, eliminiere der neuartige Apparat durch Einwirkung von UV-Licht die Bakterien und Geruchsstoffe, erklärt Nikolas.

Das mache die herkömmliche Lüftungstechnik überflüssig, gleichzeitig spare man sich reichlich Heizungskosten, die beispielsweise beim altbekannten Stoßlüften aufgrund des erheblichen Energieverlustes anfielen. "Außerdem ist die "frische" Luft von draußen, die sich nach dem Austausch im Raum befindet, ja wieder zu einem gewissen Grad belastet", so Nikolas.

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Das Thema für die Facharbeit war damit gefunden

Beeindruckt von diesem Gerät wandte sich Nick, als die Vergabe der Facharbeiten anstand, an den Leiter seines Physik-Leistungskurses, Wolfgang Tremmel, der gleichzeitig als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Erfinderclubs Donauwörth fungiert. "Ich wollte meine Facharbeit über das Produkt schreiben, aber es war auch schon lange mein Wunsch, einmal an der iENA teilzunehmen." Tremmel fügte kurzerhand beides zusammen. Die beiden Erfinder einigten sich darauf, dass Nick für seine Abhandlung gewissermaßen als Produktmanager des Lüftungsgeräts auftreten soll. Das bedeutete: Kontakte sammeln, Absatzmöglichkeiten erörtern, die Resonanz der Messebesucher auf das Produkt wahrnehmen und daraus Schlüsse für die weitere Vermarktung der Maschine ziehen.

Der Donauwörther Club mietete einen Stand auf der Nürnberger Fachmesse - Erfindervereinigungen aus Pottum zur Linken, aus Augsburg zur Rechten - und es lag nun am 18-jährigen Riedlinger, zusammen mit seinem Schulkameraden Jonas das Interesse der Besucher für den Apparat zu wecken. Dazu musste Nikolas im Vorfeld Plakate und Prospekte gestalten. Die Kosten, die dabei anfielen, übernahm die Firma seines Vaters. Die Übernachtung und weitere Hotelkosten finanzierte der Erfinderclub. Und Nikolas leistete ganze Arbeit: Er konnte einige Fachbesucher von "seinem" Produkt überzeugen und vor allem dazu gewinnen, für dessen Weiterentwicklung einzutreten. Denn nur so könne das Gerät billiger produziert werden, klärt der Gymnasiast auf. Bisher müsse man für einen Apparat immerhin circa 500 Euro hinblättern.

Fernbedienungsfinder und Flossen-Schuhe

Abgesehen von der intensiven Messearbeit blieb Nikolas Beck auch etwas Zeit für Streifzüge über das Ausstellungsgelände. Dabei staunte der Kollegiat bisweilen nicht schlecht: Vorgestellt wurden unter anderem ein Fernbedienungsfinder, Flossen-Schuhe, ein "Spätzle-Shaker", ein Fahrradblinksystem oder ein Box-Musik-Instrument - um nur einen kleinen Überblick über die zum Teil äußerst außergewöhnlichen Innovationen zu geben. "Die Messe selbst war sehr durchgeplant und hochprofessionell", fasst Nikolas zusammen.

Neben der Präsentation auf der iENA besteht Nikolas' Facharbeit übrigens auch aus einer Produktbeschreibung und Tests des Geräts. Da die neue Art von Luftreinigung vor allem in Alten- oder Pflegeheimen sinnvoll sei - Luftaustausch durch Stoßlüften könne dort eben gegebenenfalls sogar gesundheitsschädlich sein - führte der 18-Jährige beispielsweise einen Testlauf in dem Seniorenzentrum durch, in dem seine Großmutter lebt. Das Ergebnis war durchwegs positiv: "Meine Oma wollte die Maschine gar nicht mehr hergeben."

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