Donnerstag, 14. Dezember 2017

23. April 2016 00:44 Uhr

Konzert

Das Lied des Nordwinds

Eine hinreißende musizierte Hinführung zur „Kunst der Fuge“ von Bach Von Ulrike HAmp-Weigand

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Das Boreas-Quartett bot ein hinreißendes Konzert in Mertingen.
Foto: Hampp-Weigand

Boreas – der Gott des Nordwindes. Boreas-Quartett. Ein Blockflöten-Ensemble mit dem Namen des Windgottes – und einen passenderen für dieses hinreißende Ensemble hätte man nicht finden können. Wind, Luft, Atemluft bringt die Instrumente zum Klingen, auf denen das Boreas-Quartett Bremen Originalmusik für Blockflöte aus Renaissance und Moderne spielt, in schnellem Wechsel der mitgebrachten rund 40 Blockflöten verschiedenster Bauart und Größe.

Das Ergebnis war ein geradezu magisches Konzert voller Eleganz, Brillanz, leuchtender Töne und Farben, unter dem Bach’schen Titel „Die Kunst der Fuge“. Oder, wie die kapriziöse, amüsant und kenntnisreich moderierende Elisabeth Champollion anmerkte: Was Johann Sebastian Bach in seinem musikalischen Gedächtnis hatte, als er die, von ihm nicht selbst so benannte, „Kunst der Fuge“ niederschrieb – er selbst nannte die einzelnen Fugen ja „Contrapunctus“ – Spiel von Stimme gegen Stimme.

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Mit dem – versteckt gespielten - Kanon von Anonymus „Sumer is incomen in“ begann das Konzert, und damit ein wundersam stimmiges Hinführen zur oben dargestellten Programmmusik. Im folgenden Bach’schen Contrapunctus I wurde das Thema in der originalen Form vorgestellt, mit kleinen rhythmischen Veränderungen und Synkopen, im Contrapunctus XII mit zauberhaften Verzierungen gespiegelt. Tarquinio Merula war der Komponist der nachfolgenden Canzonen „La Lusignola (die Nachtigal)“ und „La Livia“-Preziosen, rhythmische, duftig leicht gespielte, kurzweilig und verführerische, dabei äußerst komplexe Melodien. Noch einmal Renaissance pur aus England mit Robert Parsons „Ut re mi fa sol la“ – drei Flöten beginnen mit der Melodie und gehen auf Abwege, die vierte Flöte geht ihren eigenen Weg und spielt nun die Melodie, die drei anderen Flöten umranken mit musikalischen Ornamenten: Zauberklänge für das hingerissene Publikum.

Das folgte daher gern, und neugierig, nach dem innigen, melancholischen Contrapunctus IV, in dem das Thema einfach gespiegelt wurde, der Abänderung des Programms. Zwei moderne Kompositionen des 1960 geborenen Piet Swerts „The Gadget“ und „Three Phrases“ ergänzten perfekt die bisher gehörte Musik aus Renaissance und Barock – im ersten Stück fügen sich Melodienfragmente zu einem leuchtenden musikalischen Kaleidoskop, im zweiten klang es nach „Dada für Flöten“: Ein kurzweiliges Thema wird aufgeworfen, und in überraschenden Einwürfen kommentiert und widerlegt. Bezaubernder kann ein Blockflötenconsort nicht klingen! Das hingerissene Publikum stellte den Musikern in der Pause dann auch sehr viele Fragen.

Mit dem Contrapunctus XI ging es weiter – diese Fuge verlangt so selbstverständlich aufgrund der Spiegelungen der Themen, den ungeheuer schnellen Läufen mit rhythmischen Variationen, meisterliches Spiel: fast atemlos lauscht man den so klangschön musizierenden Spielern. Und immer streut die Ansage Wissenswertes ein – denn mit jedem Stück wechselten auch die zu spielenden Flöten. Cipriano de Rore, mit den Verzierungsnoten von Girolamo dalla Casa – gern folgte man „A la dolce ombra“ mit dunkel getöntem Flötenklang. Palestrina, der Erneuerer der mittelalterlichen Kirchenmusik, wurde mit den „Ricercar del secondo tuono und Ricercar del ottavo tuono“ geehrt: Julia Fritz spielte die sie weit überragende Großbassflöte meisterhaft – wie Orgelklang, getragen, schreitend klang das vordem so fröhlich

Quartett in der „tiefsten Besetzung“. Noch einmal eine fröhliche Canzone von Merula – und Julia Fritz glänzte nun mit einer winzigen Sopranflöte, als wäre dieser enorme Wechsel in der Atemtechnik gar nichts Besonderes. Mit dem Contrapunctus IX, hell und deutlich im Aufbau mit schnellen Achtelläufen kam das Konzert zu einem wahrhaft strahlenden Abschluss. Begeisterung – und die wurde mit einer „Rotta“, einem mittelalterlichen Tanzlied bedient: Vier dunkel-warm tönende Flöten erklangen tanzend und hüpfend gleich einer Drehleier. Ein begeisternder Abend mit diesem so überzeugenden, verführerisch-magischem Consortklang fand so ein überraschendes, fröhliches Finale.

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