Philipp Simon Goletz, alias der Frankensima, unterhält in Harburg
Harburg Die Münchner Lach- und Schießgesellschaft gilt als Mekka der bayerischen Kabarett- und Kleinkunstszene. Kürzlich musste man aber nicht in die Landeshauptstadt fahren, um in den Genuss dieser einzigartigen Atmosphäre zu kommen. Philipp Simon Goletz, kurz der Frankensima, begeisterte nämlich sein Publikum im Harburger Gasthof Zum Straußen mit seinem Programm „Fregger, Freunde, Freibierg’sichter“. Da störte es auch niemanden, dass nur rund 30 Gäste anwesend waren.
„Ob man sich wohlfühlt oder nicht, hängt nicht von der Zahl der Zuhörer ab“, erklärte der Frankensima, „wichtig ist, dass man sich mit den Leuten versteht.“ Und das tat der Kulmbacher offenbar, denn seine Heimat und die Burgstadt verbindet vieles. Laut Goletz nicht nur Mautflüchtlinge. „Nun ich fühl mich da in Harburg ungelogen gleich saugut, weil Ihr auch so eine Burg habt, wie’s auch Kulmbach schmücken tut.“ Der fränkische Kabarettist ließ es sich auch nicht nehmen, den Harburgern Oberfranken näher vorzustellen.
Breites Spektrum an Themen
Dies sei der „bay’rischen Kongo“. Goletz kritisierte, dass manche Straßen nicht mehr geteert werden, weil ein Schild „Straße gesperrt“ eben billiger sei. Überhaupt verstand sich der Frankensima auf das Derbleck’n. Ob Griechenland-Hilfe oder Bundespräsidentenwahl, der ehemalige Journalist ließ kein Thema aus. Zu Joachim Gauck und Angela Merkel bemerkte er nur trocken: „Der eine predigt Wahrheit, die andere hat immer Recht, das hat schon im Osten nicht funktioniert.“ Außerdem habe es ihn schon überrascht, so der Frankensima, wie schnell sich die Politiker auf Gauck geeinigt hätten, denn „jeder Hundesteuerantrag brauche länger.“
Diese Spitzen waren es, die bei den Harburgern so gut ankamen. Thomas Höcker: „Er kann gut pointieren. Wirklich ein super Abend.“ Und auch Thomas Seiler, der zusammen mit anderen Mitgliedern der Freien Wähler die Veranstaltung organisiert hat, war zufrieden. „Das ist Spitze.“ Mehr musste an diesem Abend nicht gesagt werden.
Dass Goletz, der sich selbst mit Akkordeon und Gitarre musikalisch begleitete, gut ankam, lag auch an der großen Breite seines Programms. Neben der Politik ging es um die Tücken des Alltags. Seine gelungenen Pointen machten bei den Harburgern Lust auf mehr. So hoffte wohl nicht nur Thomas Seiler, dass bald wieder ein kleiner Hauch Lach- und Schießgesellschaft nach Harburg kommt. (reid)
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