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30. März 2009 19:55 Uhr

Milchpreis

Durch das Milch Board zur Macht eines Kartells

Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board (MB) benötigt 80 Prozent der Milchbauern in Deutschland, um den Basispreis durchzusetzen, der 2008 bei 43 Cent lag und jährlich neu ermittelt wird. Derzeit sind 40 Prozent der Milchmenge im MB gebündelt. Deshalb wurden auch im Landkreis Donau-Ries drei Informationsveranstaltungen abgehalten.

Bayerdilling (dz) - Die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board (MB) benötigt 80 Prozent der Milchbauern in Deutschland, um den Basispreis durchzusetzen, der 2008 bei 43 Cent lag und jährlich neu ermittelt wird. Derzeit sind 40 Prozent der Milchmenge im MB gebündelt.

Deshalb wurden auch im Landkreis Donau-Ries drei Informationsveranstaltungen abgehalten, um über die Marktmacht des MB zu informieren, bei denen der Regionalleiter Anton Lentner und dessen Stellvertreterin Lucia Egner, beides Milcherzeuger, referierten. Die Versammlungen fanden in Baldingen, Megesheim und Bayerdilling statt.

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Das Marktstrukturgesetz erlaubt den Urproduzenten, dazugehören auch die Milcherzeuger, sich zu bündeln und Verkaufsregeln festzulegen, ohne dass sie gegen das Kartellverbot verstoßen.

Jede andere Branche würde diese Möglichkeit ohne lange Vorlaufzeit nutzen, betonten die Referenten. Das MB sei die Plattform für alle Milcherzeuger, unabhängig, ob sie Mitglied einer Genossenschaft seien oder ihre Milch an eine Privatmolkerei lieferten.

Bei einer normalen MEG besteht Andienungspflicht, das bedeutet, die im Betrieb erzeugte Milch muss über die MEG vermarktet werden. Beim MB besteht die Möglichkeit, sich von der Andienungspflicht befreien zu lassen. Das bedeutet, die Vermarktung der Milch kann über die bisherigen Vermarktungswege erfolgen. "Die Mitgliedschaft im MB ist dagegen im Sinne der Aufgabe, deutschlandweite Verkaufsregeln einzuführen, zu sehen.

"Die Bauern müssen mit einer Stimme sprechen, denn nur wer Marktmacht habe, könne am Markt was bewirken." Genau da liege das Problem, dem Milch Board fehlen zum Erlangen der Marktmacht noch Mitglieder. Nachdem auf die Politik kein Verlass sei - "die erhöht in einem übervollen Markt die Milchmenge, um den Preis zu drücken" -, müssten die Bauern selbst handeln.

Im Verhältnis zum Jahresbeitrag, der zehn Euro pro 100 000 Kilogramm Milch beträgt, liege der derzeitige Schaden durch den extrem niederen Milchpreis von 27 Cent für einen Durchschnittsbetrieb mit 30 Kühen bei 25 000 Euro. Frau Egner riet den Bauern, nicht am falschen Ende zu sparen. Durch die staatliche Anerkennung des MB seien das Landwirtschaftsamt, die Landwirtschaftskammer der Bundesländer und der Bayerische Bauernverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts dazu verpflichtet, die Bündelung der Landwirte im Milch Board zu fördern.

Oppel steht hinter den Bauern

Auch stellvertretender Landrat Franz Oppel bestärkte die Landwirte, sich zusammenzuschließen, um für das qualitativ hochwertige Produkt Milch einen angemessenen Preis zu erlösen. Zudem zeichne sich derzeit eine erfreuliche Annäherung der Bayern MEG und des Milch Board ab. Sie wollten in Zukunft das Ziel eines kostendeckenden Milchpreises gemeinsam verfolgen, sagte er.

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