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17. April 2010 06:31 Uhr

Ein Kinostar zum Anfassen

Donauwörth Christina Schärfel und Angelika Meyer-Speer stehen etwas abseits vom Trubel. Sie kichern. Und kichern wieder. Gerade Sätze zu sprechen fällt ihnen etwas schwer. Sie sind nämlich sehr aufgeregt - und ein bisschen verknallt. Der Grund dafür steht gleich in der Nähe: Florian David Fitz. Der attraktive Schauspieler war am Freitag im Cinedrom. Hier hat er seinen neuen Film "vincent will meer" vorgestellt. Und nebenbei viele Mädchen-, sicher auch einige Frauenherzen, höher schlagen lassen.

Um 16.20 Uhr geht plötzlich ein Aufschrei durch das Kino: "Er ist da!" Doch statt wie ein wilder Hühnerhaufen herumzuwuseln, haben sich die etwa 140 Fans in Reih und Glied aufgestellt. Jeder bekommt von Rosemarie Färber, Gründerin des Cinedrom Donauwörth, eine Tulpe in die Hand gedrückt. Dann steht "er" plötzlich vor ihnen - und wird mit den Blumen quasi überhäuft. Der 35-Jährige gibt sich betont lässig in gelben Converse-Turnschuhen, Jeans und Kapuzenpullover. Sofort wird er von den jungen Fans umringt. "Oh mein Gott, der ist ja so süß!", hört man es überall flüstern - zwischen all dem Kichern.

Prisca Färber atmet auf. Die Kinochefin in dritter Generation hat eine stressige Woche hinter sich. Vor genau sieben Tagen erst hat sie per E-Mail erfahren, dass die große Kinotour zum neuen Kinofilm in Donauwörth starten soll. "Für uns eine Ehre", wie sie sagt. Und eine Chance - denn wenn alles gut läuft, finden vielleicht öfter Promotion-Veranstaltungen im Cinedrom statt.

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Sogar auf Kontoauszügen wurde geworben

In den sieben Tagen hat Färber mit ihrem Team viel Werbung geschaltet, darunter ein Radiowerbespot und Anzeigen in der Heimatzeitung. Außerdem stand die Ankündigung auf jedem Kontoauszug, den die Automaten der Raiffeisen-Volksbanken in der Region gedruckt haben. Schließlich verwandelten zahlreiche Poster und Aufsteller das Kino in ein "vincent-will-meer"-Meer.

Der Hauptdarsteller und Drehbuchautor nimmt sich viel Zeit für seine Fans. Autogramme schreiben, Schwätzchen halten, für Fotos posieren. Auch mit den zwei 16-jährigen Schärfel und Meyer-Speer. Sie sind einfach nur glücklich und freuen sich schon sehr auf den Film. "Der Film soll echt gut sein. Ach egal. Hauptsache Florian ist dabei."

Kein Wunder, dass die Fans aufgeregt sind: Fitz ist nicht nur Teenie-Schwarm, sondern vor allem ein anerkannter Schauspieler. Neben zahlreichen anderen Projekten stand er schon mit Til Schweiger und Christian Ulmen in dem Kinoerfolg "Männerherzen" vor der Kamera und verdrehte in der beliebten Arzt-Serie "Doctor's Diary" als machohafter und charmanter Arzt Dr. Marc Meier nicht nur der Hauptdarstellerin, sondern ebenso den Zuschauerinnen den Kopf.

Seine größten Schauspielerfolge waren bisher Komödien. Obwohl "vincent will meer" ebenfalls eine Komödie ist, wechselt er hier dennoch das Fach. Nicht nur, dass er mit der Darstellung des am Tourette-Syndrom erkrankten Vincent enorm viel Authentizität, Tragik, Würde und Drama in die Hauptrolle transportieren muss, für den Film schrieb er auch das Drehbuch. Für den Streifen und vor allem die vielschichtigen Darstellungskünste gibt es bereits vor dem offiziellen Bundesstart viel Lob von den Kritikern.

Auch die Familie des Schauspielers saß im Publikum

Der Film ist ein Road-Movie. "Ich liebe Road-Movies einfach", erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Idee, neben der Schauspielerei Drehbücher zu schreiben, schmort in ihm schon lange. Bereits vor fünf Jahren hat er eines geschrieben. "Aber das liegt jetzt in der Schublade - gut so." In Berührung mit der Tourette-Thematik kam der 35-Jährige, weil sein Schauspiel-Dozent - Fitz studierte Schauspiel und Musik in Boston (USA) - davon betroffen war.

Für ihn war es eine spannende Erfahrung, gleichzeitig Hauptdarsteller und Drehbuchautor zu sein. "Es war einfacher, schließlich musste ich mich nicht erst noch in die Welt des Autors hineinversetzen." Auch Oma, Tante, Onkel und die Cousins von Fitz kamen übrigens nach Donauwörth. Fitz hat sie kurz vor Filmstart extra begrüßt.

In kleinen Kinos aufzutreten gefällt ihm. So sei der Kontakt zu den Fans näher. Von denen kamen letztlich etwa 140. Die Färbers waren sichtlich stolz und zufrieden. "So viel Arbeit wegen einer halben Stunde", sagen sie noch schmunzelnd, als Hauptdarsteller Fitz wieder gehen muss. Insgesamt 16 Städte stehen dieses und kommendes Wochenende auf dem Kinotour-Plan. Donauwörth war für Fitz nur ein kurzer Zwischenstopp. In den Köpfen von Schärfel und Meyer-Speer und all den anderen Fans bleibt er aber sicher noch länger.

Bei uns im Internet

Viele BIlder von Florian David Fitz und seinen Fans finden Sie unter

donauwoerther-zeitung.de/bilder

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