von Barbara Sagel
Wemding Kunst ist den Menschen ein Bedürfnis. Das ist wohl unbestritten. Und dennoch ist es ungewöhnlich, ja bewundernswert, in welch umfangreicher Weise das Ehepaar Annette Steinacker-Holst und Dr. med. Gerhard Holst diesem Bedürfnis mit dem Aufbau und Betrieb des Kunstmuseums Donau-Ries in Wemding gefolgt sind. Dass dies nunmehr seit zehn Jahren besteht, wurde mit einem Festakt im Weißen Saal des Museums in Verbindung mit dem Auftakt der Rieser Kulturtage und der Eröffnung einer Ausstellung des Baldinger Künstlers Roland Schulz gebührend gefeiert.
Betrachtet man die Herkunft von Annette Steinacker-Holst, so scheint jedoch die Idee, ein ganzes Gebäude in privater Initiative und Verantwortung der Kunst zu widmen, nicht mehr ganz so erstaunlich. Hat doch bereits ihr Vater, der Wemdinger Maler und Bildhauer Ernst Steinacker (1919 bis 2008), zu seinen Lebzeiten das Schloss Spielberg im benachbarten Mittelfranken nach und nach zu einem Gesamtkunstwerk gestaltet, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Und wie ihr Vater hat sich auch Annette Steinacker-Holst – übrigens gegen dessen Rat – nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung der bildenden Kunst zugewandt. Seit 1987 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.
Vor zehn Jahren, im April 2002, entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Mann die Idee, das ehemalige Möbelhaus Fall in Wemding für die Kunst zu sanieren – immerhin 4000 Quadratmeter, die es nicht nur zu renovieren, sondern auch zu füllen galt. Drei Kunstsammlungen sind es nun, die die künstlerische „Grundausstattung“ des Museums bilden. Mehr über das Kunstmuseum in Wemding steht in der Donauwörther Zeitung.