Donauwörth "30 Jahre - der Weg zur Musik" hieß das Motto des Konzertes der Werner-Egk-Musikschule. Aus Anlass "30 Jahre Musikschule" waren nicht nur deren Instrumentalisten zu hören, man hatte auch singende und musizierende Gäste eingeladen. Eigentlich hätte die Veranstaltung im Tanzhaussaal schon zu den Kulturtagen 2009 stattfinden sollen. Sie musste aber aus bekannten Gründen verlegt werden. Durchs Programm führte Schulleiter Walter Pfeifer selbst.


Zum Auftakt saß das Streicherensemble der Musikschule auf der Bühne. Es erklang Georg Friedrich Händels (1685 bis 1759) "Hornpipe", wobei die Hornsignale von Johanna Wagner (Cello) gesetzt wurden und die heitere Komposition "The Streonnus Life" von Scott Joplin. Einen exzellenten Vortrag boten Ruth Möbius (Klavierlehrerin) und Anna Maiershofer (Schülerin) mit Johannes Brahms' (Komponist der Spätromantik von 1833 bis 1897) "Walzer Opus 39" für Klavier zu vier Händen.
Gitarrensolo als Zugabe
Dass auch die ältere Generation noch aktiv ist, bewies Johann Kuhn, ein früherer Gitarrenlehrer an der Musikschule. Er hatte drei seiner ehemaligen Schüler um sich geschart und mit ihnen die "Spanische Romanze" (Verfasser unbekannt) und "Taberna Vieja" (Ludwig Doblinger) vorgetragen. Dabei erinnerten die Ausführenden an die Gitarren, die "leise durch die Nacht klingen". Als Zugabe spendierte Johann Kuhn ein Gitarrensolo.
Robert Schumann (1810 bis 1856), ein echter Romantiker, dem nachgesagt wird, seine Musik sei "überschwänglich, jugendlich und frisch", schrieb die "Arabeske Opus 18". Einstudiert und formvollendet in Szene gesetzt wurde sie von Ruth Möbius. Kurz und spritzig mochte es die Take Four, eine Gruppe mit Klarinetten- und Saxofonbesetzung, die "Crazy Rhythm" (Meyer/Hahn) und "Five foot two Eyes of Blue" (Roy Henderson) aus ihrem Repertoire holte. Nicht nur auf dem Klavier ist Anna Maiershofer eine Könnerin, sondern auch auf ihrer Querflöte, was sie mit Ruth Möbius (Klavier) bei Carl Reineckes (1824 bis 1910) "Ballade Opus 288" bewies.
Dass das altbekannte Salonorchester ebenfalls Gast der Musikschule, Leitung Martin Gerhard, auch mitwirkte, verstand sich fast von selbst. Die Auswahl "Tango-Potpourri" (arr. Gerald Weinkopf) und "Weißes Rößl" (Ralf Benatzki) war gut getroffen. Einmal ein Baritonsaxofon, das klangtiefste Mitglied der Saxofonfamilie in den Vordergrund zu rücken, gelang Maria Hönle mittels Robert Schumans "Variationen" ganz vortrefflich.
Bürgermeister als Rocksänger
Laut und rockig wurde es, als Fischer und Friends (Bürgermeister Jörg Fischer als Sänger war unüberhörbar) "Up Around the Band" (Creedence Clearwater Revival) und "Long cool Woman" (The Hollies) präsentierten. Unter dem Namen Shaking Hedz ließ sich der Nachwuchs hören. Seine Stücke "Self Esteem" (The Offspring) und "The Little Things" (Danny Elfmann), wobei die Sängerin Jana Mazurkiewicz mit von der Partie war, bildeten den Schlussakkord.
Der Applaus war stets reichlich und insbesondere bei den Solovorträgen anhaltend. Dass der Publikumsandrang ob der musikalischen Leistungen der Mitwirkenden nicht ganz die Erwartungen erfüllte, muss bedauert werden.
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