Bäumenheim/Moskau Er ist 40 Meter hoch, weiß und der Schriftzug „Grenzebach“ prangt in roten Lettern darauf. Der höchste Gipsmischturm, den die Firma aus Hamlar je gebaut hat, steht in Russland, östlich des Schwarzen Meeres am Fuße des Berges Elbrus.
Jetzt wurde der Turm im Kaukasus bei 25 Grad Minus in Betrieb genommen. „Der Mischturm ist einer von insgesamt fünf Bauabschnitten des größten und umfangreichsten Auftrages unserer gesamten Firmengeschichte“, berichtet Projektleiter Bernd Fenner vom Richtfest. „Wenn wir fertig sind, wird er Teil der modernsten Gipsanlage in den GUS-Ländern sein.“ Der Anlagenkomplex für den Abbau und die Weiterverarbeitung von Gips entsteht dort einschließlich mehrerer Fertigungslinien und aller Gebäude sowie der benötigten Infrastruktur und Logistik. „Bei der Komplexität und der Größe des Projektes fällt in der Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden immens viel bürokratischer Aufwand an“, erklärt Fenner.
„Dieser Auftrag zeigt, wie richtig unsere Entscheidung war, 2009 in Moskau ein eigenes Büro zu eröffnen und vor Ort präsent zu sein“, ergänzt Geschäftsführer Bernd Minning. „Aus den damals drei Mitarbeitern sind inzwischen neun geworden. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort sehr genau. Allein im vergangenen Jahr konnten wir über zehn Prozent des Auftragseingangs in der gesamten Grenzebach-Gruppe aus dieser Region generieren.“ Gerade in den Ländern der GUS-Staaten sei ein enormes Wachstum und verstärkte Investitionen in allen Bereichen spürbar. Das mache den Markt dort für Grenzebach attraktiv.
Das neue Selbstbewusstsein der Region helfe auch europäischen Unternehmen, sich dort zu etablieren. Bernd Rudolph, Leiter Business Development der Grenzebach BSH, hat schon viele Vertragsverhandlungen mit Kunden aus dieser Region geführt und sieht hier ein großes Wachstumspotenzial. Ob Eurovision Song Contest in Baku (Aserbaidschan) oder die Olympischen Spiele 2014 im russischen Sochi. „Länder wie zum Beispiel Aserbaidschan, Kasachstan und natürlich Russland erleben durch ihre starke Öl- und Gasproduktion einen enormen Aufschwung. Sie bauen ihre Städte und Infrastrukturen auf – und sie wollen gute Qualität“, sagt Rudolph.
So entstehen in einem Umfeld von Hunderten Kilometer rund um den Ort Sochi einige Olympische Dörfer, um die Athleten aus aller Welt zu beherbergen. Hinzu kommen Sporthallen und Hotels. Für all diese Gebäude werden Baumaterialien benötigt, die auch aus Gipskartonplatten und Architekturglas bestehen und die eben auf Grenzebach-Anlagen gefertigt werden.
Das deutsche Image für Qualität kommt der Firma bei diesen Geschäften ebenfalls zugute: „Wir stehen für Innovationsstärke, Technologieführerschaft und weltweite Aufstellung. Damit sind wir gut gerüstet für die Herausforderungen dieser Wachstumsmärkte“, sagt Minning. (dz)