Donauwörth/Nördlingen Obwohl der betreffende Bescheid noch nicht erlassen worden ist, hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bereits verkündet: Der neue Rettungshubschrauber wird in Augsburg stationiert (wir berichteten). Der SPD-Unterbezirk Donau-Ries hatte deshalb im Nördlinger "Hotel am Ring" eine Informationsveranstaltung organisiert.
Arthur Lettenbauer, Leiter des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), referierte dabei über das Gutachten, welches die Bayerische Staatsregierung beim Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement an der Universität München in Auftrag gab. Das Gutachten empfiehlt - wie mehrfach berichtet - eindeutig Donauwörth als Standort für den Rettungshubschrauber.
Dann wäre nämlich der "weiße Fleck" von der Landkarte verschwunden. Damit ist rund ein Viertel des Landkreises Donau-Ries gemeint, das weiter als 60 Kilometer von jedem anderen Standort entfernt liegt. Das Ries fällt in diese Zone, auch ein Teil des Kreises Ansbach gehört dazu.
Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul erklärte, dass fachliche Argumente und der Dienst am Menschen für Donauwörth als Standort sprächen. Man nähme Augsburg nichts weg, da diese Region von der Luftrettung her voll abgedeckt sei. Hier dürfe es keine Rivalität zwischen Regionen, Gruppen oder Parteien geben.
"Wider besseres Wissen"
Stellvertretender Landrat Franz Oppel zeigte Unverständnis darüber, dass sich Ministerpräsident Seehofer offenbar wider besseres Wissen über ein unabhängiges Gutachten hinwegsetze. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher erklärte, dass sie auf Anfrage bei Innenminister Joachim Herrmann weder Auskünfte über die Kosten des Gutachtens noch diejenigen für Augsburg als Standort erhalten hatte.
Vize-Landrat Franz Oppel schätzt, dass der Landungshangar am Zentralklinikum vier bis fünf Millionen Euro kostet, wohingegen in den Flugplatz Genderkingen bei Donauwörth nur eine bis 1,5 Millionen investiert werden müssten. Günter Löffler vom Flugplatz erklärte, hier landeten bereits regelmäßig Rettungshubschrauber zum Auftanken.
Die SPD-Unterbezirks-Vorsitzende Ursula Straka erinnerte daran, dass man sich auf Seehofers Wort verlassen habe, dass es keine Entscheidung zugunsten Augsburgs geben werde, bevor nicht der "weiße Fleck" getilgt sei.
Für SPD-Kreisrat Alfred Stöckl bedeutet dies, dass die Politik hier nicht funktioniere. Deshalb ist zu einer Protestkundgebung am Samstag, 22. Januar, um 14 Uhr auf der Kaiserwiese in Nördlingen aufgerufen worden.
Am Tag zuvor tagt der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Augsburg. Punkt 3 der Tagesordnung: Die europaweite Ausschreibung für Angebote zum Betrieb eines Rettungshubschraubers in Augsburg. Freilich müsse man noch das Anhörungsverfahren der betroffenen Sozialversicherungsträger und Zweckverbände abwarten, erklärte die Geschäftsführerin des Zweckverbandes, Ursula Christ, gegenüber unserer Zeitung. (hum)
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