Donnerstag, 23. März 2017

19. November 2016 00:38 Uhr

Finanzspritze

Jetzt ist die Restaurierung in trockenen Tüchern

Der Bund gibt 187500 Euro für die Orgel in Niederschönenfeld. MdB Lange hat sich für das historische Instrument stark gemacht

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Jetzt ist die Orgelsanierung gesichert. Darüber freuen sich (von links): Niederschönenfelds Bürgermeister Peter Mahl, MdB Ulrich Lange, Organist Florian Luderschmid und Stadtpfarrer Jörg Biercher.
Foto: Simon Bauer

Stolz ist man in Niederschönfeld auf die dortige Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ und auf die dortige historisch bedeutsame Orgel aus dem Jahr 1683, die allerdings bekanntlich dringend eine sehr aufwendige Restaurierung braucht. Ein Meilenstein zur Finanzierung dieser Maßnahme ist jetzt Bundestag gesetzt worden. Der Haushaltsausschuss hat den Weg für eine Förderung aus Bundesmitteln in Höhe von 187500 Euro frei gemacht. Dafür hat sich besonders auch der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange eingesetzt, der den Kollegen dieses besondere Schmuckstück süddeutschen Orgelbarocks nahegebracht hat.

Die Restauration kann nun bereits im kommenden Jahr starten. Der Freundeskreis der historischen Kirchenorgel, der seit nunmehr bald zwölf Jahren eifrig Konzerte, Faschingsbälle und viele weitere Veranstaltungen durchführt, um Spenden zu sammeln, hatte sich an MdB Lange mit der dringenden Bitte um Unterstützung gewandt. Kostenschätzungen für die Restaurierungsmaßnahme beliefen sich auf rund 350000 Euro, ein Betrag, den eine Gemeinde in der Größe Niederschönenfelds nicht alleine stemmen kann. Um jedoch einen Bundeszuschuss erhalten zu können, war es notwendig, dass der Haushaltsausschuss ein zweites Programm für Zuschüsse für national bedeutsame Kulturinvestitionen zur Sanierung und Modernisierung von Orgeln erlässt. Genau dafür hat sich Lange im Sinn des wertvollen Niederschönenfelder Instruments stark gemacht.

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„Es handelt sich um eine historisch enorm wertvolle Orgel, die zu den bedeutendsten Dokumenten des Orgelbaus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Bayern gehört. Es ist eine echte Seltenheit, dass eine Orgel aus dieser Zeit so erhalten ist. Daher ist es allen Beteiligten ein großes Anliegen, eine Restaurierung möglich zu machen“, so Florian Luderschmid, langjähriger Chorleiter und Organist der Wallfahrtskirche sowie Mitglied im Vorstand des Freundeskreises.

„Die Orgel in Niederschönenfeld ist ein echtes Zeugnis süddeutscher Instrumentenbaugeschichte. Die Erhaltung dieser weit über die Grenzen unserer Region hinaus musikhistorisch sehr bedeutsamen Orgel muss uns Anliegen und gleichzeitig Verpflichtung sein.Deshalb habe ich mich sehr gerne dafür eingesetzt, dass der Bundestag die notwendige Bundesförderung bereitstellt. Über die Nachricht, dass der Bund die Restaurierung mit 187500 Euro fördern will, habe ich mich riesig gefreut. Das ist die richtige Entscheidung“, so Lange.

Die Pfeifen der Frühbarock-Orgel auf der ehemaligen Nonnenempore sind bis heute weitgehend erhalten geblieben. Erbauer des Instruments ist der Rieser Orgelmacher Paulus Prescher (1627-1695), Begründer der bedeutenden Nördlinger Werkstätte, die für über ein Jahrhundert schulbildend im nordschwäbischen Orgelbau wurde.

Bedauerlicherweise erfolgten in den 60er-Jahren Umbau und Dispositionsvergrößerung des Orgelwerks. Aus denkmalfachlicher Sicht ist das eine Fehlentwicklung, weil dabei Teile der historischen Technik ausgebaut und der Pfeifenbestand nach den Prinzipien des damals modernen Orgelbaus umorganisiert und umgestimmt wurde. Dies hat das historische Erscheinungs- und Klangbild spürbar negativ beeinträchtigt. Hinzu kommt eine hohe Störanfälligkeit, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zugespitzt hat. Eine Gesamtrestaurierung ist daher aus technischer, vor allem aber auch aus denkmalfachlicher Sicht ausdrücklich zu begrüßen und mehr als geboten.

Vor allem Musikfans der Kirchengemeinde freuen sich: „Ich danke dem Abgeordneten Ulrich Lange und seinen Kollegen im Haushaltsausschuss für deren Unterstützung. Alleine wäre die Ge-meinde Niederschönenfeld nicht in der Lage gewesen, die außergewöhnliche Orgel zu restaurieren“, so Heinrich Riegler, der Vorsitzende des Freundeskreises der historischen Kirchenorgel. (dz)

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