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10. August 2007 18:40 Uhr

Keine Fürsprache für Gentechnik

Donauwörth (zub) - Die Interessen der Verbraucher, der Landwirte und der Forschung sollen im neuen Gentechnikgesetz berücksichtigt werden. So will es Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU). Das Bundeskabinett segnete seinen Gesetzentwurf diese Woche ab. Im Ries gibt es unter den Befürwortern und Gegnern der Gentechnik jedoch kritische Stimmen.

Keine Fürsprache für Gentechnik
Foto: ALFA

"Die Zustimmung der SPD-Fraktion hat der Gesetzentwurf so nicht", erklärte Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Sie gehe davon aus, dass der Gesetzestext noch stark verändert wird. So sieht Fograscher zum Beispiel keinen Grund, warum Öko-Bauern und konventionelle Landwirte bei der Abstandsregelung unterschiedlich behandelt werden sollen. Seehofers Entwurf sieht vor: Genmais muss von Bio-Feldern 300 Meter Abstand haben, andernfalls reichen 150 Meter aus. "Da muss eine gleiche Regelung her", fordert Fograscher.

Forschung stärker vorantreiben

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Grundsätzlich vernünftig findet sie, dass die Forschung über Risiken und Möglichkeiten der Gentechnik stärker vorangetrieben werden soll. "Feldversuche im Freien sind jedoch nicht so gut", so Fograscher. Ihrer Meinung nach seien die Landwirte in der Region sowieso eher skeptisch gegenüber gentechnisch veränderten Produkten, und die Verbraucher würden es auch nicht akzeptieren. Verbesserungsbedarf sieht die Nördlinger Abgeordnete auch bei der von Seehofer vorgeschlagenen Haftungsregelung.

Michael Gentele, Mitglied im Aktionsbündnis Gentechnik, ist enttäuscht vom Gesetzentwurf. "Ich hätte mir für Deutschland einen anderen Weg gewünscht, ähnlich wie der in Österreich", sagt der Bio-Landwirt aus Kaisheim und verweist auf den Babynahrungshersteller Hipp, der im Nachbarland sein Gemüse einkauft. "Seehofer hat es nicht im Kreuz, sich klarer zu positionieren", urteilt er weiter.

Auch der Bauernverband im Landkreis hat nach Genteles Meinung keine klare Haltung zur Gentechnik. Er selbst habe zwei Kilometer von einem Genmais-Feld entfernt ebenfalls eine Nutzungsfläche. Deshalb erwarteten seine Abnehmer, dass er seinen Mais untersuchen lasse. Das müsse der Biolandwirt auf eigene Kosten veranlassen. Weltweit seien viele Bauern durch die Gentechnik "kaputtgegangen", so Gentele. Schweine, die mit gentechnisch verändertem Mais und Soja gefüttert würden, seien weniger fruchtbar und hätten Veränderungen an den inneren Organen aufgewiesen. Mehr Ertrag bringe der veränderte Mais nur dann, falls der Maiszünsler am Werk sei. Diesem Schädling könne man jedoch auch durch konsequente Fruchtfolge begegnen, so Gentele. "Die Probleme, die Imker mit Genmais haben können, werden im neuen Gesetz auch nicht beachtet", so seine Kritik.

Helmut Guckert kritisiert an dem Seehofer-Konzept, dass die Abstandsregelung durch Absprachen unter den Nachbarn umgangen werden könne. "Ein Gesetz muss klar sein", fordert der Landtagsabgeordnete (CSU). Im Ries sei der Maiszünsler zwar kein Problem, jedoch müsse man das Thema Gentechnik globaler betrachten.

Andere sind weit voraus

Die Klimaveränderungen machten neue Pflanzen auf lange Sicht notwendig, sagt Guckert. In Brasilien habe er sich über das Thema informiert und resümiert: "Andere Länder sind uns da schon weit voraus." Die Abstandsregelung von 150 Metern übertreffe die Pläne von Ex-Ministerin Künast um ein Mehrfaches, gibt Guckert weiter zu bedenken.

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