Mertingen Er will es nicht sagen, aber seine Stimme verrät es: Die Auftragslage ist bestens, es brummt bei Kutec in Mertingen. Dass dem so ist, schreibt Firmenchef Günther Otto dem Fleiß seiner Mitarbeiter, ihrem Fachwissen und guten Kunden zu. Sein Unternehmen, 2009 von Buchdorf nach Mertingen umgezogen, hat sich auf Kunststoffprodukte, technische Bauteile und Spritzgussartikel spezialisiert.
„Unser damaliger Umzug in das ehemalige Gebäude der Firma Direct Com hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt“, erklärte er nun Mertingens Bürgermeister Albert Lohner, als er ihm die aktuelle Entwicklung der Firma aufzeigte. Lohner und Otto kennen sich von der gemeinsamen Lehre bei MBB in Donauwörth.
Günther Otto ist inzwischen ein gefragter Berater. Es ist das Know-how, das die Kundschaft schätzt, weiß er. Basierend auf der langjährigen Erfahrung im Kunststoffbereich ist die Firma ein zertifizierter Partner für die Herstellung von Blas- und Spritzgießteilen in Deutschland und beliefert renommierte Firmen als System- und Strategielieferant.
Rund eine Million Euro hat Kutec allein im vergangenen Jahr am neuen Standort investiert. Derzeit ist eine neue Lagerhalle mit 2500 Quadratmetern kurz vor der Fertigstellung. „Das wird unsere beengte Raumsituation verbessern“, freut sich Otto. Derzeit platze die Firma nämlich aus allen Nähten. Auch 2012 will er wieder eine Million Euro in die Hand nehmen, „um noch besser aufgestellt zu sein“. Zwei neue Blasanlagen sind bereis installiert. Die große Nachfrage habe die neuen Anlagen notwendig gemacht.
„Wir setzen auf pünktliche Lieferung und auf qualitativ hochwertige Produkte“, machte Otto seinem ehemaligen Lehrlingskollegen Lohner klar. Die Arbeitsplätze seien finanziell auf Jahre abgesichert, beteuert Otto und führt dies auf die Aufträge zurück, „die wir bereits im Hause haben“. Dabei versucht der Geschäftsführer, sein Unternehmen breit aufzustellen. So würden Teile an die Firmen verschiedenster Branchen geliefert.
Drei-Schicht-Betrieb mit 70 Mitarbeitern
Mit 70 Mitarbeitern muss er im Drei-Schicht-Betrieb die Aufträge abarbeiten. Einige Maschinen habe man voll automatisieren müssen, „weil uns die Mitarbeiter fehlen“. Bis zum Jahresende würde Günther Otto sein Personal gerne auf hundert Mitarbeiter aufstocken. „Aber wir spüren deutlich, dass der Arbeitsmarkt leer gefegt ist“, bedauert er. Es mangle an gutem Fachpersonal und Helfern. Er sucht hauptsächlich Elektriker und Mechaniker, die hausintern umgeschult werden.
Mit innovativen Lösungen, so Otto, sei es geglückt, die Fixkosten zu drücken. So würden einige Maschinen bereits mit vollelektronischen Motoren arbeiten, was zu einer enormen Energieeinsparung geführt habe. Die Stromkosten seien aber immer noch enorm hoch: Sie schlagen nach Ottos Berechnungen mit täglich 2000 Euro zu Buche. Hallen und Büros werden mittlerweile über die Abwärme der Maschinen geheizt.
Zum Teil ist die Firma direkt mit ihren Abnehmern, wie beispielsweise Kärcher, vernetzt. So sei es möglich, immer aktuell zu wissen, was gefertigt werden müsse, damit der Auftraggeber die Zulieferteile rechtzeitig im Werk habe. „Beratung und Flexibilität“ nennt der Firmenchef als wichtigste Erfolgskomponenten. Die Firma ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass man mittlerweile jährlich rund 3800 Tonnen Kunststoff und beispielsweise 2400 Tonnen Kühlsole zur Herstellung von Akkus verarbeitet. Die Umsatzzuwächse beziffert Otto im zweistelligen Prozentbereich. Auch 2012 lasse sich nicht erkennen, so der Firmenchef zuversichtlich, dass die Entwicklung nicht so positiv fortschreite.